Dienstag, 21. März 2017

Meine Erfahrungen mit...

Heute mal kein Bericht in dem Sinne, sondern ein paar Erfahrungen meinerseits zu bestimmten Themen.
Der Beitrag hier wird nicht starr bleiben. Ich werde ihn öfters Mal ergänzen und hier oben immer das neue Datum der Aktualisierung eintragen: 28.04.2017

Nun also meine Erfahrungen mit ...

Alternativrouten
Siehe Ausschilderung
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Ausländern
Auf dem Jakobsweg traf ich während meiner Zeit (März) folgende andere Nationalitäten: Südkoreaner, Deutsche, Engländer, Franzosen, Portugiesen, Polen, Amerikaner, Argentinier, Venezuelaner, Südafrikaner, Niederländer, Österreicher, Schweizer, Belgier und natürlich Spanier
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Blasen
Diese habe ich mir Gott sei Dank kaum gelaufen. Den Tipp, ein doppeltes Paar Strümpfe zu tragen, war wahrscheinlich Gold wert. Ich habe die meiste Zeit meine Kompressionskniestrümpfe und darüber ein dünnes Paar Socken getragen. Wenn es kälter war auch ein dickeres Paar. Resultat: 2 nicht allzu große und schlimme Blasen am Tag 4, die ich gut mit Blasenpflastern versorgen konnte und mir dann kaum noch Probleme machten.
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Essen, allgemein und vegetarisch
Das Essen in Spanien ist sehr vielfältig und auch nicht besonders teuer. Für die Pilger gibt es ein sogenanntes Pilgermenü, das aus einer Vorspeise, einer Hauptspeise und einen Dessert besteht und meistens ungefähr 10 € kostet. Die spanische Küche ist sehr fleischlastig, es wird aber auch viel Fisch aufgetischt. Zum Essen gibt es normalerweise ein kleines Körbchen mit lockeren Brot dazu. Als Beilage werden oft Pommes serviert. Zu den großen Mahlzeiten wird gerne Rotwein getrunken, den ich bisher immer schmackhaft fand.
Vegetarisch zu essen ist in Spanien zwar möglich, aber nicht ganz leicht. Ich habe mich an Gerichte wie Spiegeleier mit Pommes oder verschiedene Varianten von Omelettes gehalten. Salate und Nachspeisen sind da weniger problematisch. Außerdem gibt es auch mehrere schmackhafte Suppen, die vegetarisch sind, z.B. Caldo (Kartoffeln, weiße Bohnen, Kohl), Nudelsuppe (mit Bohnen) und Gemüsecremesuppen.
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Fußpflege
Fußpflege auf dem Jakobsweg ist unerlässlich! Ich habe zur Vorbereitung schon ein paar Wochen vorher damit begonnen, eine Alternative für Hirschtalgcreme zu suchen. Diese wurde mir immer wieder empfohlen, aber ich wollte sie aufgrund meiner vegetarischen Lebensweise nicht benutzen. 

Aus Ermangelung an anderen Möglichkeiten cremte ich meine Füße erst einmal mit Shea-Butter ein. Ein paar wenige Tage bevor ich auf meine Reise startete, fand ich heraus, dass eine sehr beliebte französische Fußcreme als Hauptbestandteil Shea-Butter hat. Das fand ich sehr gut und deshalb entschied ich mich damals, einfach mit der Butter weiterzumachen. Damit habe ich insgesamt gute Erfahrungen gemacht. Ich cremte meine Füße jeden Abend vor dem Schlafengehen ein und sie waren schön weich und geschmeidig. Außerdem habe ich festgestellt, dass man die Zehennägel kurz halten sollte, damit die Schuhe nicht so schnell drücken.
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Herbergen
Es gibt verschiedene Formen von Herberge. Das wären die Albergues Municipal (der Gemeinden), die Albergues Parroquial (der Kirchen) und die privaten Hostels. Natürlich kann man auch im privaten Pensionen und den Hotels übernachten. 

Öffnungszeiten: Albergues Municipal und Parroquial haben wohl das ganze Jahr geöffnet, während die privaten selbst entscheiden, wann sie ihre Türen für die Pilger öffnen. Das führte​ dazu, dass ich hin und wieder dazu gezwungen war, weiterzulaufen, als sich eigentlich wollte. Viele Herbergen öffnen nämlich erst im März oder sogar erst im April.
Komfort: Dass man in jeder Herberge ein Bett bekommt, ist selbstverständlich. Die Qualität der Betten war meistens recht gut. Ich habe nur selten schlechte Betten erlebt. Manchmal gibt es Betttücher und/ oder extra Decken. Man sollte aber am besten einen Schlafsack mitbringen. In seltenen Fällen gab es auch ein Handtuch.
Die weitere Ausstattung ist sehr unterschiedlich. Wenn Küchen vorhanden sind, ist das praktisch, aber meistens sind diese nicht ausgestattet. Als ich in Sarria war, war die komplett ausgestattete Küche eine Überraschung! Die meisten Herbergen haben WLAN, so wie übrigens auch die meisten Bars und Cafes in Spanien. In den galizischen Herbergen der Xunta (Municipal) kann man sich nach Registrierung auch kostenlos in das WLAN jeder Xunta einloggen. Viele Herbergen sind außerdem mit einer Waschmaschine und oft auch mit einem Trockner ausgestattet. Diese kann man für 1,5 bis 4 € pro Ladung benutzen. Duschen, Waschbecken, heißes Wasser und Toiletten sind Standard.
Preise: liegen bei 5 bis 12 Euro, wobei die Municipal und die Parroquial mit 5 oder 6 Euro am günstigsten sind. Bei manchen dieser Herbergen kann man auch auf Spendenbasis übernachten. In den privaten Herbergen gibt es oft gegen einen kleinen Beitrag auch Abendessen und/oder Frühstück. Frühstück kostet meist zwischen 2 und 5 Euro und das Abendessen zwischen 7 und 9 Euro.
Check-Out: bei den Albergues Municipal und Parroquial muss man normalerweise spätestens um 8 Uhr das Haus verlassen. Ich habe allerdings festgestellt, dass es oft nicht so eng angesehen wird, wenn man später geht, wenn nicht viel los ist. Im Sommer ist das sicherlich etwas anderes. Bei den privaten Herbergen war auch oft ein späteres Check-Out möglich, so dass ich mich in Ruhe fertig machen konnte am Morgen.
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Herbergsbetreibern
Die meisten Betreiber sind wirklich sehr nett und hilfsbereit! Manchmal scheint es, dass die Spanier ein bisschen ruppig oder sehr direkt sind, aber wenn man damit umgehen kann, sind sie sehr angenehme Zeitgenossen! Ich kann nichts negatives über sie berichten!
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Kleidung
Folgende Kleidungsstücke hatte ich mit (inklusive der am Körper):
Ein Paar Wanderschuhe, ein Paar Sommerlaufschuhe, eine Softshell Jacke, ein Paar Crocs, zwei Paar kurze Trekkingsocken, ein Paar normale Socken, ein Paar warme Socken, zwei Sportslips (mehr besitze ich nicht), ein normaler Slip, zwei BHs, ein Funktions-T-Shirt, ein Funktionstop, ein normales T-Shirt zum Schlafen, ein normaler Pullover, ein Funktionspullover, ein Funktionsshirt langärmlig (lange warme Unterwäsche), eine Funktions Strickjacke, eine Leggings, eine Funktionshose mit Zipper (Beine  kürzbar), eine leichte Stoffhose, ein Paar Stulpen, ein paar Handschuhe, ein Regenponcho, ein Funktionstuch (Schal, Mütze, Kaputze, Stirnband), eine dünne Radler und zwei komplette Kompressionsbestrumpfungen (Bolero, Kniestrümpfe, CapriHose)
In Sarria sortierte ich davon aus: der langärmelige Funktionsshirt (warme Unterwäsche) und eine komplette Kompressionsbestrumpfung. In Portomarin kaufte ich mir außerdem einen besseren Poncho, da meiner auf der Strecke nach La Faba versagt hatte.
Das Konzept von "Zwiebelprinzip" hat sich gut bewährt. Ich trage drunter immer ein Teil Funktionsbekleidung (Top oder T-Shirt), weil ich am Rücken schnell schwitze und diese Kleidung schnell trocknet. Darüber je nach Wetter weitere Lagen Kleidung. Die Radler trage ich zwischen Slip und Hose, wenn ich keine Kompressionsbestrumpfung (CapriHose) trage, damit ich mich im Schritt nicht wund laufe.
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Pflanzen
Während meiner Pilgerreise sah ich den Frühling wortwörtlich Aufblühen!
Hier noch einige Fotos von Blumen :-)




Man sollte allerdings auch schon im Frühjahr aufpassen, dass man nicht in Brennessel fasst oder sich hinein setzt, weil die tatsächlich auch jetzt schon ordentlich wachsen!
Interessant ist ein besonderer Kohl, der hier oft in der einheimischen Küche verwendet wird. Laut meiner Recherche müsste das der Markstammkohl sein. Er ist in Galizien fast überall angebaut.

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(Mit-)Pilgern
Es ist total interessant, andere Pilger zu treffen und sich mit ihnen zu unterhalten!
Ich traf wirklich viele interessante Persönlichkeiten. In Trabadelo traf ich zum Beispiel eine Deutsche aus Nürnberg, die Altenpflegerin ist und mit der ich mich sofort gut verstand. In Triacastela lernte ich einen älteren Mann kennen, der wie ich Musik liebt, Percussion macht und Ukulele spielt. Er stammt aus Italien und dies war nicht sein erster Camino! Kurz vor Sarria traf ich auf zwei Männer aus der Nähe der Bucht von Gibraltar, die alte Freunde aus Kindertagen waren und sich nach langer Zeit wiedergefunden hatten und nun zusammen den Camino gingen.


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Rucksackwagen
Dazu habe ich hier ein extra Beitrag geschrieben: Testbericht und Erfahrungen zum Pilgerwagen
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Spaniern
Ich mag sie! Die allermeisten Spanier sind so hilfsbereit und freundlich!
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Sprache
Für meine Pilgerreise habe ich ja extra ein wenig Spanisch gelernt. Und zwar mit der App Duolingo. Das war auch ganz gut so, denn vor allem in den kleinen Orten und den Albergues Municipal und Parroquial sprechen die Spanier so gut wie kein Englisch - geschweige denn Deutsch :-P
Mittlerweile kann ich die meisten alltäglichen Sachen sagen: Begrüßungen, Verabschiedungen, nach Frühstück bzw. generell nach Essen fragen und bestellen, Bitte, Danke usw. Und ganz wichtig für Pilger: nach einem Stempel für den Pilgerausweis fragen :-)
Ich würde jedem Jakobsweg-Intetessierten raten,  vorher etwas Spanisch zu lernen! Wenn man sich als Ausländer damit versucht, bekommt man dafür Anerkennung und Wertschätzung.
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Tieren
Ich habe so einiges an Tieren auf meiner Reise gesehen! Spanien ist hier in der Gegend von Leon und Galizien sehr ländlich und auch auf Landwirtschaft eingestellt. Viele Leute haben eigenes Vieh und/oder bauen selber Gemüse an. Ob Kühe, Schafe, Ziegen oder Hühner... Es ist alles beliebt. 


Außerdem gibt es hier viele Hunde. Was ich daran witzig finde: oft sind deutsche Schäferhunde dabei. In den Dörfern laufen die Hunde meistens frei herum und bellen auch viel. Aggressiv war aber bisher keiner. (Allerdings habe ich gehört, dass es welche in A Brea (ca 25km vor Santiago) geben soll. Ich hab haber keine negativen Erfahrungen. 
Eher im Gegenteil: verschmust und lieb waren die meisten, mit denen ich Kontakt hatte. Hier stimmt wohl das Sprichwort "Hunde, die bellen, beißen nicht". Katzen habe ich auch einige gesehen, die waren aber meist scheu. Zutraulich waren nur zwei Exemplare.


Außerdem habe ich eine Menge Vögel und Insekten gesehen. Besonders viele Schmetterlinge... Zum Beispiel große und kleine Füchse, Tagpfauenaugen und Zitronenfalter. Einmal habe ich auch einen Bläuling gesehen, weiß aber leider nicht, was für einer genau.
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Verletzungen
Blasen:
- 1 kleine und 1 mittelgroße am rechten Fuß, am Ballen, unter dem mittleren Zeh
- an der rechten Hand je eine ganz kleine am gegenüberliegenden Finger (Mittel- und Zeigefinger), wahrscheinlich vom Trekkingstock

Blaue Flecken:
- 2 am rechten Oberarm, in Villafranca dem Bierzo am Doppelstockbett geholt
- 1 am Knie vom Sturz bei Ferreiros, war Gott sei Dank nicht schlimm

- 1 am rechten Schienbein ziemlich am Ende meiner Reise. Keine Ahnung, wo der her kam^^

Stürze:
- 2 Mal - beide Male nichts passiert (außer den blauen Fleck am Knie)

Umknicken:
- 3 Mal - auch nix passiert

Kopf am Hochbett gestoßen^^
- keine Ahnung wie oft...aber seeehr oft :-D :-D :-D

Sonnenbrand
Hatte ich nach den ersten paar Tagen recht schlimm auf dem Kopf, im Gesicht, auf der linken Schulter und auf dem Dekollete. Mittlerweile passe ich besser auf. Leider hab ich nach circa einer Woche etwas Sonnenallergie bekommen. Bei mir ist das nicht so schlimm ausgeprägt. Bekomme an den Händen, im Dekollete und manchmal im Gesicht (inklusive Ohren) kleine Pusteln, die jucken. In Sarria habe ich mir eine Creme dagegen geholt.
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Wegweisern
Meistens so dass die Wege sehr gut ausgeschildert. Neben den kleinen steinernen Stelen mit der Muschel und der verbliebenen Entfernung nach Santiago der Compostela darauf, gibt es auch noch kleine Schilder und genug Pfeile an Hauswänden, an Verkehrsschildern, an Leitplanken, auf Felsbrocken, an Bäumen oder auf dem Boden mit Farbe gemalt oder aus Steinen gelegt. Verlaufen habe ich mich noch nicht. Nur einmal in Sarria fast^^
Was außerdem interessiert ist: es gibt oft Alternativrouten. Extra für Fahrradfahrer sind solche gekennzeichnet, die dann eher auf asphaltierten Wegen verlaufen. Aber es gibt auch andere Alternativen. Zum Beispiel kann man von Triacastela nach Sarria entweder direkt gehen, oder über Samos, wo ein schönes Kloster ist.

Montag, 20. März 2017

Tag 10 bis 12: von Sarria nach Portomarin


Tag 10: Sarria

Ich machte einen Ruhetag in der Stadt. 



Bei einem kleinen Spaziergang ging ich die berühmte große Treppe hoch und runter.... dabei erkundete ich auch gleich die Stadt und machte ich einen Termin zur Lymphdrainage am nächsten Morgen aus. Ansonsten war ich noch einkaufen und in einem Souvenirladen.


Am Nachmittag habe ich mich dann darum gekümmert, mal wieder einen Blogbeitrag für euch zu schreiben. Weil es in der Herberge relativ kalt war, aber draußen schon fast zu warm war, wechselte ich so alle halbe Stunde meinen Arbeitsplatz :-D

Die Herberge Mayor in Sarria war sehr schön. Ich hätte sehr netten Kontakt zur zwei jungen Männern und zur der Herbergsmutter und einer anderen Frau, die da irgendwie dazu gehörte. Diese konnte sehr gut Englisch, deshalb haben wir uns öfters mal angeregt unterhalten.
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Pilgerreise: 17.03.2017 Sarria


Tag 11: Sarria bis Barbadelo

Nach dem Frühstück bin ich erst einmal zur Massage gegangen, wo ich nicht nur eine Lymphdrainage bekam, sondern auch eine Torso-Massage. Wenn ich das am Ende richtig verstanden habe, war das ein Paketpreis :-P Es ist immer ein kleines Abenteuer, sich mit den Spaniern zu unterhalten, wenn man selbst kaum Spanisch spricht ;-)

Bevor ich von der Herberge aus losgegangen war, hatte ich außerdem einige meiner Sachen aussortiert, weil ich sie gerne schon einmal nach Santiago vorschicken wollte. Man kann so nämlich einiges an Gepäck und Kilos sparen. Aussortiert habe ich eine komplette Garnitur Kompressionsbestrumpfung, mein Haken, meine Gel-Wärmepads, ein Teil Kinesiotape und das warme langärmelige Funktionsshirt. Außerdem eine meiner Wasserflaschen und mein Schreibzeug für die Uni. Ich wusste genau, dass ich bis zur Rückreise nicht mehr daran arbeiten würde.


Nach der Massage organisierte ich mir in einem Sportgeschäft einen Schuhkarton. Der Mann in dem Laden war Gott sei Dank auch sehr freundlich. Und so konnte ich meine Sachen in den Karton packen und ein paar Meter weiter zur Post bringen. Für das Paket bezahlt man versichert 10 € und unversichert 5 € postlagernd nach Santiago. Dort kann man es dann einfach in der Postfiliale in der Nähe der Kathedrale abholen. Ich möchte hiermit noch mal Anni für die Information darüber danken!

Danach bin ich dann wieder zurück zur Herberge, wobei ich noch einmal kurz bei dem Wandgemälde am Fluss entlang gelaufen bin, um ein kleines Video für euch zu drehen :-)




In der Herberge habe ich noch meine Strümpfe angezogen und meinen Rucksack fertig gepackt und bin dann so langsam losgedackelt. 


Eigentlich wollte ich noch in die Kirche dort in der Nähe, der Iglesia Santa Mariña de Sarria. Leider war die geschlossen. Aber ein Stück weiter war eine kleinere Kirche, die mir gut gefiel.




Der Tag war so nicht ganz mein Tag. Meine gute Laune verflog kurze Zeit später wegen der Hitze. Außerdem war die Strecke nicht so einfach...sie ging die meiste Zeit recht steil nach oben. Ein langes Stück führte auch durch ein unwegsames Waldstück. Obwohl ich nur 4,3 km gelaufen war, hatte ich 150 Höhenmeter überwunden und war total kaputt!



Nachdem ich an ein paar geschlossenen Herbergen hinter mir lassen musste, kam ich bei der Albergue Xunta de Barbadelo unter. Im Dorf konnte man auch ein Abendessen bekommen, worüber ich sehr froh war, weil ich das Gefühl hatte, mitten in der Pampa zu sein!^^
In der Herberge lernte ich eine ältere Frau namens Julie kennen, die gerade ihren zweiten Camino lief. Das letzte Mal musste sie aufgrund von Verletzungen genau an dieser Stelle aufgeben. Wir verstanden uns gut und hatten einen schönen Abend zusammen! Das Essen war gut und besonders der Schokoladenkuchen war göttlich!



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Pilgerreise: 18.03.2017 Sarria - Barbadelo



Tag 12: Barbadelo bis Portomarin

Am nächsten Morgen startete ich recht früh gegen 8:15 Uhr aus der Herberge. 

Angeblich sollte es zwei Kilometer weiter eine Bar mit Frühstücksangebot sein. Leider hatte diese geschlossen. Also gab es für mich nur ein paar Kekse. Traurig...

Ansonsten war der Tag aber gar nicht so schlecht. Eher im Gegenteil! In einem kleinen Dorf bot ein Einheimischer Getränke und Gebäck auf Spendenbasis an. Ich stärkte mich mit einem Milchkaffee und ein Stück Gebäck. Danach sah der Morgen gleich besser aus! :-)


Dort traf ich einen jungen Mann aus der Ecke von Köln. Christian hieß er und er fragte mich, ob er mich ein wenig begleiten dürfte. Natürlich freute ich mich darüber und wir gingen bis Ferreiros zusammen. Dort wollte ich eigentlich übernachten, aber weil es wirklich noch nicht spät war (kurz nach Mittag), beschloss ich nach einer längeren Mittagspause einfach, doch noch die knapp 10 km nach Portomarin zu laufen.

Kurz nach Ferreiros befindet sich der berühmte 100 km Stein. 

Ich war so glücklich, als ich ihn erreichte! Das kann ich euch gar nicht beschreiben! Zeigte er mir doch, dass die Reise gut verlief und mein Traum nach dem Jakobsweg in Erfüllung gehen konnte! Hier noch das zugehörige Video dazu:


Der restliche Weg verlief recht angenehm. Außer eine 1 oder 2 km lange Etappe mit schwierigen Waldwegen und einem kleinen Sturz (nichts passiert, außer einem blauen Fleck am Knie) gibt es nichts zu berichten. Das Wetter war auch recht angenehm. Vier Kilometer vor Portomarin machte ich an einem Geschäft noch eine kleine Pause. Dort trank ich etwas und kaufte mir eine große Jakobsmuschel für meinen Rucksack :-)




An dieser Stelle war ich dann schon ganz schön kaputt und die letzten ein bis zwei Kilometer am Ende waren dann sogar eine echte Qual! Ich war so froh, als ich endlich in Portomarin war, die Brücke überquerte und mir dann eine Unterkunft suchen konnte. Nach dem Abendessen fiel ich auch direkt ins Bett^^



Hilfe für mich und meinem Wagen

An diesem Tag musste mir das erste Mal mit meinem Wagen geholfen werden. Und zwar an zwei Stellen: erstens kurz nach Ferreiros, wo ein Steg aus Steinplatten neben bzw. über einen Bach führte.der Steg war zu schmal für meinen Wagen. Mir halfen aber ein paar junge Männer und trugen meinen Wagen kurzerhand ein Stück den Weg entlang. Beim zweiten Mal war der Abstand zwischen Leitplanke und Brückengeländer bei der langen Brücke von Portomarin zu klein. Am Anfang und am Ende fasste hier ein älterer Spanier kurz mit an. Die Leute hier und auf dem Weg sind wirklich freundlich! :-*


1. Stelle

Brücke bei Portomarin (2. Stelle)


Donnerstag, 16. März 2017

Tag 7 bis 9: Von Hospital nach Sarria

Tag 7: Hospital da Condesa nach Triacastela

Nachdem ich in einer nahegelegenen Bar im Ort morgens gut gefrühstückt hatte, mache ich mich wieder los. Ich wusste, dass es heute recht anstrengend werden konnte, weil ich den höchsten Punkt meine Reise erreichen würde. Den Gipfel von Alto de Poio mit 1335 Meter!





Mir wurde schon am Vortag empfohlen, die Straße zu nehmen. Und auch während des Frühstücks empfahl ein Einheimischer, diesen Weg zu gehen. Ich hielt mich an diesen Rat. 

Der Weg führte mich hinaus aus den Ort, immer bergauf. Dabei merkte ich, dass ich schon weniger Probleme mit den Aufstiegen hatte falls noch am Anfang meiner Reise!

An einer schönen Stelle mit toller Aussicht drehte ich ein kleines Video, dass ich hier für euch mit einfüge:



Es lag noch ein wenig Schnee aber ansonsten war die Aussicht meistens wunderbar! 


Etwa eine Stunde später war ich am Gipfel angekommen und gönnte mir erst einmal einen Milchkaffee und eine Pause. Dort oben traf ich auch zwei Hunde und eine Katze. 
Ich war total stolz auf mich und drehte noch ein kurzes Video:
 

Danach folgte ich der Straße weiter, wobei der Weg nun immer neben der Straße oder in der Nähe entlang lief. Der Boden war mit fest gestampfter Erde und ab und zu etwas Schotter recht angenehm. Manchmal lief ich auch direkt auf der Straße. Ich kam an dem Dorf Fonfria und an einer großen Kuh-Weide vorbei. 



Danach zweigte der Weg von der Hauptstraße ab und führte in die hügelige Landschaft. Kurz vor dem Dorf O Biduedo wurde es dann sehr hügelig und es ging meist bergab. Die Aussicht dort und die nächsten Kilometer war wirklich atemberaubend! 






An dieser Stelle danke ich zum ersten Mal Gott, dass ich diese Route gewählt hatte und dass er mir die Möglichkeit gab, nun an dieser Stelle zu sein und diese Reise zu machen! Es ist ein kleines ...nein... eigentlich ein größeres Wunder für mich!

In den nächsten Tagen würde ich darüber noch öfter nachdenken. 

Bald erreichte ich den Ort Fillobal, wo ich eigentlich auch hätte übernachten können. Auf jeden Fall wollte ich dort eine Rast machen, fand die Herberge mit der zugehörigen Bar aber leider geschlossen vor. Also nichts mit Übernachtung... Gut, dass mich noch einigermaßen fit fühlte! So machte ich nur eine kleine Pause am Ortsausgang, wo eine kleine Hütte stand, und machte mich dann wieder auf den Weg. Bis zu meinem Ziel in Triacastela waren es da noch gut 5 km. 




Die Aussicht war auch auf diesem Abschnitt sehr schön! Was mir ein bisschen die Laune vermisste (nur ab und zu^^), war der teilweise schwer zu begehende Untergrund, der immer mal wieder aus groben Schotter und großen Steinen bestand. Ich war allerdings froh, dass es hier fast immer nur bergab ging, weil das mit meinen Wagen noch einigermaßen gut zu bewältigen war, solange ich mich vorsichtig vorantastete. Ich war also bei diesen Teilstrecken gezwungen, besonders langsam und aufmerksam zu sein. 



Die letzten zwei Kilometer nach Triacastela ließen sich recht einfach laufen und ich kam dann gegen 19:30 Uhr abends an. Nach gut 16 km! Die Herberge Xacobeo die mir empfohlen wurde, gefiel mir wirklich gut! In dem dazugehörigen Restaurant lernte ich ein wenig später auch noch einen netten älteren Mann kennen, der viel Musik und Percussion macht und mir unter anderem auf der Ukulele etwas vorspielte. 



Wir unterhielten uns prächtig! Allerdings in Englisch, weil er nämlich aus Italien war. 

Nach dem Essen fiel ich ziemlich müde ins Bett und hatte eine ruhige Nacht in der Herberge. Ich hatte ja auch über 1000 Höhenmeter überwunden! 

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Pilgerreise: 14.03.2017 Hospital da Condesa - Triacastela



Tag 8: Von Triacastela nach Samos


Bei der nächsten Etappe wurde mir nahegelegt, nach Sarria über Samos zu gehen, weil diese Strecke nicht ganz so anstrengend sein sollte und mit meinem Wagen besser zu bewältigen sein sollte. Allerdings bedeutete das für mich einen Umweg von circa 8 km! Das Kloster in Samos und allgemein die Strecke sollten aber auch sehr schön sein, deswegen entschied ich mich dafür, der Empfehlung zu folgen. 


Nach Samos waren es nur ca 10 km, aber es steckten mir noch die anstrengenden 16 km vom Vortag in den Knochen! Ich hatte wirklich meine Probleme, ans Ziel zu kommen...


Der Weg führte eigentlich sehr schön durch kleine Waldabschnitte am Fluss Oribio entlang.



Die Wege waren zumeist Waldwege mit viel Laub und teilweise großen Wurzeln und Steinen. Ich empfand diesen Teil als sehr anstrengend, und als ich in dem kleinen Dorf Renche ankam, wo ich kurz auf die Hauptstraße kam, musste ich eine längere Pause machen! Ich war so erschöpft! 
Danach entschied ich mich, nach Samos die Straße zu nehmen. Das war zwar nur ein wenig kürzer, aber mit meinem Wagen einfacher zu gehen... Dabei ging es wie am Vortag meist bergab, wenn auch nicht mehr längst so steil. Ich war froh, als ich am frühen Nachmittag dann in Samos ankam. 

Das Kloster hatte Gott sei Dank geöffnet und die dazugehörige Herberge auch. Diese war, wie mir ein Bekannter schon vorher sagte, wirklich gewöhnungsbedürftig. Diese besteht nur aus einem einzigen großen Schlafsaal und einem angrenzenden Raum mit Waschbecken, Toiletten und Duschen. Es war ziemlich kalt dort, aber ich beschloss zu bleiben. 



Ich aß dort in einem Restaurant gegenüber und besuchte eine kleine und sehr alte Kapelle  (Capela do Cipres) in der Nähe und das Kloster. Später nahm ich auch an der kleinen Vesper der Mönche teil, was für mich schon eine etwas eigenartige Erfahrung war. 
Weil ich so müde war, beschloss ich früh ins Bett zu gehen. Doch an Schlaf war zuerst nicht zu denken, weil mir so kalt war! Ich holte mir noch zwei weitere Decken und nach ein oder zwei Stunden konnte ich dann endlich schlafen! An diesem Tag war ich besonders froh, dass ich mein Heizkissen mit hatte.

Album

Pilgerreise: 15.03.2017 Triacastela - Samos


Tag 9: Von Samos nach Sarria

Als ich am nächsten Morgen aufstand, hatte ich nicht wirklich Lust, weiter zu gehen, weil mich wieder eine größere Strecke erwartete. Ich kannte dieses Gefühl schon, deswegen machte ich mir allerdings nicht zu sehr Sorgen. Ich frühstückte erst einmal in Ruhe in einer Bar im Ort, ein bisschen weiter die Straße runter vom Kloster entfernt, und machte mich danach auf den Weg. 



Dieser folgte zuerst der Hauptstraße aus dem Ort hinaus und an so einer Art Naturschutzgebiet vorbei.

Danach verließ er die Hauptstraße und ging nach Norden über mehrere sehr kleine Dörfer. 
Eigentlich hatte ich nicht gedacht, dass es ein sehr anstrengender Tag würde, weil die Höhenmeter sich laut Karte kaum veränderten. Wie so oft irrte ich mich! 

Nachdem ich hinter Samos und dem nächsten Ort an einem Cefè vorbeikam, passierte ich zuerst ein paar Weiden mit Schafen, Pferden und Hühnern. Außerdem traf ich einen netten Schweinehirten, der mir einen guten Weg wünschte. Ich weiß leider nicht, ob er mir noch mehr sagen wollte, aber falls er mir mitteilen wollte, dass die Wege, die ich hier gehen wollte für meinen Wagen nicht so ganz geeignet wären, dann verstand ich ihn leider nicht. 
Denn kurze Zeit später musste ich mehrere großes Schlammlöcher durchqueren und durfte danach mit nassen Füßen einen ziemlich steilen Berg hinauf, von dem ich auf der Karte nichts gesehen hatte.
Oben angekommen entschädigte mich ein wenig die gute Aussicht. Dort fand ich auch eine kleine Kirche und einen Friedhof (Cemiterio parroquial de Pascais). Weiter ging es durch die hügelige Landschaft, immer in der Nähe des Flusses Sarria entlang. Ich passierte einen schönen Wasserfall, wo ich dieses Video drehte:
Kurz darauf passierte ich eine schwierige Stelle, an der es steil bergab ging. Mit ihrem Hang nach rechts und einem Abhang auf der linken Seite machte sie mir wirklich Angst...Ich rechnete jederzeit damit zu stützen! Gott sei Dank ist mir nichts passiert, aber ich musste danach erst einmal eine Pause machen, weil meine Beine wie Wackelpudding waren!
Der Abstieg von unten fotografiert
Im Dorf Sivil musste ich eine längere Pause machen. Ich war an dieser Stelle ganz schön kaputt! 
Danach durchquerte ich einen ganz kleinen Ort namens Perros, was soviel wie Hunde heißt. Das passte auch sehr gut, weil dort viele von ihnen bellten! (Man sollte übrigens keine Angst vor Hunden haben, wenn man den Jakobsweg gehen möchte). 
Später erreichte ich den Ort Aguiada, wo ich in einer Bar ein sehr verspätetes Mittagessen (17 Uhr) einnahm. Dort traf ich auch zwei nette Männer aus der Nähe der Bucht von Gibraltar, die dort in einem autonomen spanischen Ort wohnten. Ihre Namen waren glaube ich Paco und Pere. 

Wir liefen das letzte Stück nach Sarria gemeinsam und tranken dort noch etwas. Am Ende war es doch ein schöner Tag gewesen! Bis zu meiner Herberge Mayor war es dann auch nicht mehr weit! 


Ich nahm mir vor, einen Tag Pause zu machen und mir eine Lymphdrainage zu gönnen :-)

Album

Pilgerreise: 16.03.2017 Samos - Sarria

Montag, 13. März 2017

Tag 4 bis 6: Von Trabadelo nach Hospital da Condesa

Mein Pilgerausweis wird langsam voller...


Tag 4: Trabadelo bis Ruitelan

Meine Nacht in Trabadelo war wirklich ruhig. Ich machte mich am nächsten Tag auch erst recht spät auf dem Weg, weil meine Wäsche noch nicht trocken war. Deshalb ging ich an diesem Tag auch gezwungenermaßen ohne meine Bestrumpfung, aber das war auch nicht so schlimm. Ich wollte ja nur knapp 7 km weiter nach Vega del Valcarce.

Außer, dass mein Frühstück leider nur aus einem Apfel und einem Müsliriegel bestand, war der Tag so recht schön: Es war nicht mehr so warm mit circa 16 Grad und das Wetter spielte mit Sonne, Wolken und Wind ein angenehmes Spiel ;-)

Kurz nach meinem Start holte mich eine junge Frau namens Johanna aus Nürnberg ein, die mich bis La Portela de Valcarce begleitete, wo wir in einem modernen Rasthof gemeinsam zu Mittag aßen. Wir verstanden uns sehr gut und ich erzählte ihr auch über meine Erkrankung. Nach dem Essen trennten dich unsere Wege. Sie lief halt doch um einiges schneller als ich^^
Bis ich gegen 16 Uhr in Vega del Valcarce ankam, passierte eigentlich nicht viel. Ich genoss das Wetter und den Weg, der mich die meiste Zeit zwischen einem Fluss und der Straße entlang führte. Zwischen Ambasmestas und Vega del Valcarce drückte mir dann so langsam der Schuh. Im Ort beschloss ich, danach zu schauen und stellte fest, dass ich mir eine kleine und eine mittlergroße Blase gelaufen hatte. Beide nah beieinander und an meiner typischen Stelle am Fußballen, unter dem mittleren Zeh. Also versorgte ich die Stelle erst einmal mit einem Blasenpflaster. Während dessen umringten mich zwei einheimische Frauen und ein Mann, die mir helfen wollten. Der Mann sprach englisch und wollte mich sogar mit dem Auto in den nächsten Ort fahren (so lieb!), weil in Vega keine Herberge offen hatte, aber im nächsten Ort Ruitelan. Das wusste ich nicht. Die Blasen waren nicht so schlimm also bin ich nach einem kleinen Einkauf im Supermarkt weiter nach Ruitelan. 

Dort angekommen fand ich eine schöne Herberge, in der ich auch Johanna wieder traf. Die Betten waren zwar nicht so bequem, dafür hatte ich das beste Abendessen auf der ganzen Reise! Karotten-Suppe, Salat  Käse, Pasta mit Pesto und Milchreis als Nachspeise.


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Pilgerreise: 11.03.2017 Trabadelo - Ruitelan




Tag 5: Ruitelan bis La Faba (bzw. O Cebreiro)

Für den nächsten Tag war recht schlechtes Wetter angesagt und nach dem nächsten Ort Las Herrerías sollte es auch steil bergauf gehen. 




Nach La Faba sollte ich deshalb auch die Straße nehmen. Das tat ich auch und es war wirklich kein Zuckerschlecken! Ich ging - je nach Steigung - ein paar Schritte und blieb ein paar Sekunden stehen. So erklomm ich langsam aber stetig die Steigungen. 

Als ich losging, nieselte es gerade ein wenig. Ab und zu gab es auch trockene Abschnitte, aber nach ca. 2 Stunden fing es mit Schneeregen an. Ich hatte es nicht mehr allzu weit nach La Faba und quälte mich etwas schneller den Berg hoch, als vorher.
Dort angekommen wollte ich direkt in die Herberge, fand sie aber nicht. Ansonsten war auch alles zu, was mich total verunsicherte. So irrte ich im wechselnden Schneeregen und Schneesturm im Ort umher... Der Verzweiflung nahe... Mir war nämlich so schrecklich kalt und ich war nass bis auf die Knochen! Irgendwann brachte mich ein einheimischer Mann in eine Bar, die gerade renoviert wurde. Der Inhaber hatte ein Feuer angemacht und ein paar andere durchnässte Pilger aufgenommen. Er sagte uns auch,  dass hier in La Faba keine offenen Herbergen seien. Er bot an, uns zur Not etwas zu Essen und ein Bett zu machen. Ich trocknete und wärmte mich erst einmal am Feuer. Nach einigen Überlegungen fragte ich den Besitzer, ob er mir ein Taxi rufen würde und wie viel das kosten würde. Circa eine viertel Stunde später stand ein Taxi vor der Tür und brachte mich und einen Mann mit ähnlichem Schicksal nach O Cebreiro. Auf dem Weg schneite es heftig und die Temperatur sank unter den Nullpunkt. Was für ein sch*** Tag!!!
Die Taxifahrt war mit 5 € pro Person nicht teuer und die Herberge in O Cebreiro war auch ok: modern, aber einfach. 
Später ging ich dann noch in einer Bar etwas essen.


Album

Pilgerreise: 12.03.2017 Ruitelan - La Faba



Tag 6: O Cebreiro bis Hospital da Condesa

Es schneite einen Teil der Nacht weiter und am nächsten Morgen lag tatsächlich einige Zentimeter Schnee! Und meine Laune lag am absoluten Nullpunkt, weil mein Rucksackwagen nämlich überhaupt nicht für (soviel) Schnee geeignet ist!

Ich  beschloss erst einmal frühstücken zu gehen und dann weiter zu schauen, denn ich hoffte darauf, dass der Schnee vielleicht schmelzen würde.
Mein Frühstück nahm ich wieder in der Bar vom Abend ein. Die Wirtin war eine wirklich liebe Dame, die mir ein paar Informationen dazu gab, welche Möglichkeiten ich hatte: 


  1. Taxi: mit 30 € nach Triacastela ziemlich teuer...
  2. Noch eine Nacht in der Herberge verbringen und dann entweder früh morgen den Bus nehmen (sehr günstig) oder dann weiter laufen...
  3. Oder ABWARTEN!
Ich wartete erst einmal ab und am späten Vormittag fing dann endlich der Schnee an zu tauen! Bis ich mich wieder los machte, sah ich mir das Dorf an, die Kirche und besuchte einen Souvenirladen. 
Die Kirche von O Cebreiro ist wirklich schön und empfehlenswert! Ich schaute mich um, lauschte Chorgesang aus dem Hintergrund, zündete ein paar Kerzen an und betete.
Es gibt zu der Kirche auch eine schöne Geschichte über ein Hostienwunder, die ihr hier nachlesen könnt.

Zum Mittagessen kehrte ich wieder bei meiner netten Wirtin ein und beschloss danach noch ein Stück zu gehen. 



Gegen 13:30 Uhr machte ich mich auf den Weg. Wegen dem Tauwetter nahm ich die Straße. Ich hatte ein recht anstrengendes Stück vor mir, weil nach O Cebreiro mit 1385 Höhenmeter noch zwei weitere Gipfel erklommen werden wollten! Die knapp 6 km nach Hospital da Condesa hatten es auf jeden Fall in sich! Der Abschnitt auf der Straße war absolut okay, nur verlief der Weg manchmal nebenher und an manchen Stellen war dieser Weg wirklich sehr unwegsam! Kurz vor dem Gipfel Alto de San Roque war es so schlimm, dass ich fast umkehren wollte. Gott sei Dank kam ein Mann vorbei, Tom hieß er glaube ich, und zog meinen Wagen zusammen mit mir das letzte Stück hinauf. Der Untergrund bestand hier aus grobem Schotter und großen Steinen...äußerst schlecht für mich!

Oben erwartete uns ein toller Ausblick! Nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten, verabschiedeten wir uns. 




Bis in den nächsten Ort Hospital da Condesa war es dann nicht mehr weit. Die Herberge fand ich auch sofort. 

Die Aussicht von dort war ebenfalls sehr schön! Später ging ich dann noch in der örtlichen Bar etwas essen. Wie schon so oft als Vegetarier etwas abenteuerlich...Es hab nur eine Suppe aus Kohl, weißen Bohnen und Kartoffeln mit Brot. 

Aber okay^^


Album

Pilgerreise: 13.03.2017 O Cebreiro - Hospital da Condesa