Samstag, 6. Juli 2019

Klinik- und Arztwechsel: keine leichte Entscheidung


Welchen Weg nehmen? Keine leichte Entscheidung!

Hallo meine Lieben,

Ich hatte ja im letzten Beitrag versprochen, dass ich euch noch ausführlicher darüber berichten werde, warum und wie ich zu der Entscheidung gekommen bin, meine restlichen Liposuktionen woanders durchführen zu lassen.
Vielleicht habt ihr noch in Erinnerung, dass Herr Dr. Engel, mein Wunsch-Chirurg für die Lipödem-Operationen, das Klinikum in Kassel Ende 2018 verlassen hat? Er hat die ersten zwei Liposuktionen bei mir durchgeführt. Sein Nachfolger und Kollege Herr Dr. Evertz operierte mich dann weiter. Auch er machte zwei Liposuktionen bei mir. Im März 2019 verließ er ebenfalls das Klinikum. 

Seitdem begann meine Unzufriedenheit zu wachsen. 

Mir gefiel die Vorstellung überhaupt nicht, dass mich noch ein weiterer Chirurg operieren würde. Wieviele verschiedene Chirurgen würden es noch werden?  Es hatte mir schon nicht gepasst, dass ich nicht weiter von Dr. Engel operiert werden konnte. Ich fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes „herumgereicht“.


Was außerdem noch hinzu kam, waren die Komplikationen durch die Liposuktionen:

Ich habe am linken Oberarm Hauteinzüge bzw. Verwachsungen, 
die immernoch schmerzhaft sind...




... und mein Po hat auf jeder Seite jeweils einen großen, merkwürdige "Krater".
(rechts mehr als links)

 
Die Verwachsungen am Oberarm wurden zwar bei der letzten Arm-Liposuktionen schon behandelt, allerdings bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden und ich habe immer noch mit Schmerzen und Missempfindungen an den Stellen zu tun. Ich hatte Sorgen und viele Fragen zu diesen Komplikationen, aber diese wurden nur knapp beantwortet. Bei den Terminen im Klinikum fühlte ich mich nicht mehr gut beraten.
Auf der anderen Seite fühlte ich mich bei den Stationsaufenthalten wirklich sehr gut aufgehoben. Vor und besonders nach den Operationen wurde ich immer gut betreut und versorgt. Ausnahmslos alle Schwestern und Pfleger waren freundlich und bemüht und auch beim Essen hatte ich kaum etwas zu beantstanden.

Das schlechte Gefühl blieb aber und weil ich wegen einer wichtigen Untersuchung zu der im vorherigen Beitrag erwähnten Verdachtsdiagnose meine nächste geplante Liposuktion im April sowieso absagen musste, beschloss ich zu handeln. 

Ich wollte mir zu den Komplikationen mindestens eine Zweitmeinung holen und eventuell auch den Wechsel in ein anderes Vertragskrankenhaus in Betracht ziehen.

Zu dieser Zeit fand ich durch einen glücklichen Zufall heraus, wo mein Wunsch-Arzt Dr. Engel hingegangen war: nach Heidelberg in die Ethianum Klinik.


Ich traf die Entscheidung - trotz der weiten Entfernung (ca. 430 km) - einen Beratungstermin bei ihm wahrzunehmen. Anfang April war es dann soweit.  Dr. Engel erkannte mich sofort wieder und ich wurde von ihm sehr herzlich empfangen. Ich zeigte ihm meine Arme und Beine und erzählte von meinen Problemen und Sorgen. Dr. Engel schaute sich alles genau an. Bei meinen Armen stellte er fest, dass an den Unterarmen nicht ausreichend abgesaugt wurde und auch an den Oberarmen noch an mehreren Stellen Korrekturen notwendig wären. Auch die Stelle mit den Verwachsungen schaute er sich genau an und erklärte mir, wie er diese korrigieren würde.
Dann schaute er sich meine Beine an. Als Erstes stellte er fest, dass meine Oberschenkel an zwei Stellen wohl wieder an Umfang zugenommen hatten. Er zeigte mir die beiden Stellen, die bereits von ihm abgesaugt wurden und an denen nach seiner Erinnerung eigentlich schon deutlich weniger Lipödem-Fett übriggeblieben sein müsste. Dann fragte er mich, ob ich irgendetwas bemerkt hätte. Genau an diesen Stellen hatte ich zu diesem Zeitpunkt seit circa drei bis vier Wochen wieder vermehrt Lipödem-Schmerzen. Also war es wohl ein weiterer Lipödem-Schub, wie wir beide leider feststellen mussten. Das sollte mir später noch viel zu Denken geben und mir Phasen zwischen Wut und Ohnmacht bescheren. Es ist schon deprimierend, wenn an bereits operierten Stellen das Lipödem wieder wuchert!
Die Krater in meinem Po fand er genauso eigenartig, wie ich auch und dass ich damit so unglücklich bin, verstand er gut. Auf die Frage, ob man das noch in Ordnung bringen könnte, antwortete er, dass das natürlich ginge. Dr. Engel erklärte mir dann, in welcher Reihenfolge er was und wie operieren würde. Allerdings sagte er auch, dass er meinen Po erst zu allerletzt machen würde, um ihn meinen "neuen" Beinen anzugleichen. Die Vorstellung, noch so lange mit diesem Krater-Popo herumzulaufen, gefiel mit zwar nicht, aber die Logik dahinter konnte ich gut nachvollziehen.

Nachdem Herr Dr. Engel Alles gesehen und erklärt hatte, sprachen wir noch kurz über ein paar organisatorische Dinge, falls ich mich dazu entscheiden sollte, mich dort in Heidelberg operieren zu lassen. Danach verabschiedeten wir uns und ich konnte mit etwas leichteren Herzen nach Hause fahren. 
Ich konnte mir zwar nicht vorstellen für weitere vier Liposuktionen inklusive aller Vor- und Nachsorgetermine nach Heidelberg zu fahren, aber eventuell würde ich die letzte Operation, bei der noch einmal notwendige Korrekturen gemacht werden sollten, dort bei Dr. Engel durchführen zu lassen.

Heidelberg ist weit! Was nun? 

Weil die Entfernung nach Heidelberg doch sehr groß ist, schaute ich mich noch nach anderen, alternativen Ärzten in einem Umkreis von 200 Kilometern um. Nach ein paar Tagen Recherchearbeit musste ich feststellen, dass die meisten guten Lipödem-Chirurgen leider doch nur Selbstzahler operieren. Ich hatte aber gehört, dass es in Kassel noch einen anderen guten Lipödem-Chirurgen geben sollte: Herr Dr. Cetegen im DRK Krankenhaus. 


Relativ schnell fiel die Entscheidung, mir bei ihm einen Beratungstermin zu holen. Dieser war Anfang Mai. 
Dr. Cetegen lernte ich als freundlichen und sehr bemühten Arzt kennen. Zu Beginn sprachen wir über meinen Ausgangsbefund und die bisher erfolgten Liposuktionen. Dann zeigte ich ihm meine Arme und Beine. Er war der erste Arzt, der mir ausführlich erklärte, wie diese Hauteinzüge bzw. Verwachsungen an meinem linken Oberarm entstehen konnten. Alles kann ich nicht mehr wiedergeben, aber hier nun die Erklärung dazu:

Während einer Liposuktion werden mit der Kanüle die zwischen den Hautschichten liegenden Fettzellen entfernt und abgesaugt. Dadurch werden die angrenzenden Hautschichten voneinander getrennt und große Wundfläche entstehen. Die Hautschichten liegen nach der Liposuktion lose übereinander. Wenn diese Flächen nicht gerade zusammenwachsen und verheilen, entstehen Hauteinzüge bzw. Verwachsungen. Es sind sozusagen dicke, falsch bzw. schlecht verheilte Narbenflächen.
Oft sind diese Stellen auch noch längere Zeit verhärtet und geschwollen. Durch Lymphen und Hochlagern der betroffenen Extremität und Massieren der Verhärtungen kann man die Heilung und das Abschwellen begünstigen. Man kann durch spezielle Bindegewebsmassage auch versuchen, die Hautschichten nachträglich wieder voneinander zu trennen. Das ist allerdings ziemlich schmerzhaft und sollte nur von einem fähigen Physiotherapeuten gemacht werden.


Schon vor dem Termin bei Dr. Cetegen hatte ich mich selbst hin und wieder leicht an den Verhärtungen massiert um den Lymphfluss dort zu fördern. Bei meiner nächsten manuellen Lymphdrainage bat ich dann meine Physiotherapeutin darum, meinen Arm extra zu behandeln. Die Bindegewebsmassage ist wirklich unangenehm und besonders am Anfang schmerzhaft, aber meine Schwellungen sind mittlerweile ganz und die Verhärtungen fast verschwunden. Die Hautschichten konnte meine Physiotherapeutin allerdings nicht mehr voneinander trennen. Dafür war es wahrscheinlich schon zu spät. Leider habe ich bisher immer noch Schmerzen und Missempfindungen an der Stelle und optisch ist sie für mich eine Katastrophe. Im Nachhinein denke ich, dass auch die nicht optimale Versorgung mit dem Arm-Mieder zu diesen Verwachsungen geführt haben könnte. Es war nämlich schnell zu weit und schlug Falten. Wahrscheinlich werde ich aber nie genau wissen, wie und warum das bei mir passiert ist.

Noch einmal zurück zum Beratungstermin mit  Dr. Cetegen: Während des Termins erläuterte er mir, wie und in welcher Reihenfolge er bei den Liposuktionen vorgehen würde und erklärte mir einige organisatorische Dinge. Auch er veranschlagte weitere vier Liposuktionen bei mir. Als er erwähnte, dass alle Patienten in diesem Krankenhaus gleich behandelt werden würden - egal ob Kassen- oder Privatpatient, fand ich das besonders gut!
Dr. Cetegen informierte mich ebenfalls über die wahrscheinlich notwendigen Straffungs-Operationen und versprach mir, dass er mir bei der Beantragung bei der Krankenkasse helfen würde. Das fand ich wirklich toll!
Erst einmal für die Arme: Er würde mir dafür neben dem klassischen Arztbrief auch ein Schreiben mit der Empfehlung einer Arm-Straffung beilegen, die ich dann für den Antrag nutzen könnte. Den Antrag werde ich demnächst stellen und halte euch natürlich wieder auf dem Laufenden.
Zum Schluss wurden Fotos gemacht. Dr. Cetegen verabschiedete sich danach und ich durfte meine Kompression noch ganz in Ruhe im Behandlungszimmer wieder anziehen.

Als ich später auf dem Heimweg war, stellte ich fest, dass ich doch sehr positiv überrascht über diesen Termin war. Ich ließ mir noch ein wenig Bedenkzeit und entschied mich dann für den Wechsel ins DRK-Krankenhaus
zum Dr. Cetegen. Man sagte mir zwar, dass eine gewisse Wartezeit für die Operationen bestehe, aber als es dann bei der Terminvergabe doch nur acht Wochen waren, war ich ein weiteres Mal positiv überrascht. Die nächste Liposuktion ist nun für Ende Juli geplant. Wahrscheinlich werden die Oberschenkel gemacht. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es wird!

Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir gern eine Mail oder eine Nachricht über Facebook!

Liebe Grüße,
eure Nadine


Quelle Titelbild: "Gabelung" von Ivi, Some rights reserved, https://piqs.de/fotos/29382.html 
Quellen der restlichen Bilder: privat / eigene

Montag, 3. Juni 2019

Aus der Versenkung... ich bin wieder da!



Hallo meine Lieben,

habt ihr mich denn schon vermisst?

Ich weiß, dass ich mich in den letzten Monaten ziemlich rar gemacht habe. Das möchte ich euch in diesem Beitrag gerne erklären und euch mitteilen, dass ich wieder da bin!

Meine Abwesenheit lag hauptsächlich an zweierlei Dingen:

Erstens stand bei mir leider die Diagnose einer (weiteren) schlimmen Krankheit im Raum
und
Zweitens musste ich mich um meine zukünftigen Liposuktionen kümmern.

Nun etwas ausführlicher:

Im Sommer 2018 bekam ich eine Verdachtsdiagnose gestellt, die mich komplett aus der Bahn warf. Ehrlich gesagt möchte ich hier gar nicht so genau schreiben, wobei es sich darum handelte. Aber ich möchte noch dazu sagen, dass ich in dieser Zeit wirklich Angst hatte. Angst um meine Zukunft. Teilweise Angst um mein Leben. Mich um meinen Blog zu kümmern, stand da relativ weit hinten auf meiner Prioritätenliste.
Nach einer letzten Untersuchung und deren Auswertunghabe ich vor ein paar Tagen nun endlich die Entwarnung von meinem Facharzt bekommen und bin sehr erleichtert. 

Der zweite Grund war die Planung meiner kommenden Lipödem-Operationen.
Vielleicht wisst ihr noch, dass der Lipödem-Chirurg meiner Wahl, Herr Dr. Engel, das Klinikum Kassel Ende 2018 verlassen hat? Nachdem im März 2019 auch sein Kollege Herr Dr. Evertz dem Klinikum den Rücken kehrte, fing meine Unzufriedenheit an zu wachsen: die Aussicht, mich von einem weiteren Chirurgen operieren zu lassen, störte mich. Ich fühlte mich „herumgereicht“. Aus diesem schlechten Gefühl heraus und weil ich eine Zweitmeinung zu meinen Komplikationen (Verwachsungen) wollte, entschied ich mich dazu, mich nach Alternativen umzuschauen. Vor etwa einer Woche beschloss ich endgültig, das Krankenhaus inklusive des Chirurgen zu wechseln und holte mir den nächsten Liposuktions-Termin. Diese wird im Juli sein.

Wie genau mein Entscheidungsprozess verlief und was ich alles dafür getan habe, werde ich euch demnächst in einem ausführlicheren Beitrag berichten.

Bis ganz bald,
eure Nadine

Montag, 1. April 2019

Veränderungen oder "Was wir tun können?"


Das Leben ist Veränderung und gerade zur Zeit habe ich das Gefühl, dass sich viel ändert.
In der Welt - gerade wenn ich an die neue Bewegung "Fridays for future" denke.

Aber auch in meiner Umgebung und bei mir selbst sehe ich überall Veränderungen.
Wie gehts es euch damit?

Passend dazu habe ich ein schönes Zitat gefunden, das ich gern mit euch teilen möchte: 

"Was wir tun können?
Wir dürfen uns nicht wehrlos und sprachlos machen lassen. Wir können sprechen und handeln. Wir können die Verantwortung auf uns nehmen.
Und das heißt:
Wir können sprechend und handelnd eingreifen in diese sich zunehmend verrohende Welt.
Dazu braucht es nur Vertrauen in das, was uns Menschen auszeichnet:
Die Begabung zum Anfangen.
Wir können hinausgehen und etwas unterbrechen.
Wir können neu geboren werden, indem wir uns einschalten in die Welt.
Wir können das, was uns hinterlassen wurde, befragen, ob es gerecht genug war,
wir können das, was uns gegeben ist, abklopfen, ob es taugt, ob es inklusiv und frei genug ist - oder nicht.
Wir können immer wieder anfangen, als Individuen, aber auch als Gesellschaft.
Wir können die Verkrustungen wieder aufbrechen,
die Strukturen, die uns beengen oder unterdrücken, auflösen,
wir können austreten und miteinander suchen nach neuen, anderen Formen.
Wir können neu anfangen und die alten Geschichten weiterspinnen wie einen Faden Fesselrest, der heraushängt,
wir können anknüpfen oder aufknüpfen,
wir können verschiedene Geschichten zusammenweben und eine andere Erzählung erzählen,
eine, die offener ist, leiser auch, eine, in der jede und jeder relevant ist.
Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut."

Carolin Emcke


Ich weiß, dass dieser Beitrag doch sehr Offtopic für meine Seite ist, aber ich wollte unbedingt dieses Zitat teilen und in die Welt bringen.

Hoffentlich gefällt es euch auch! Tut etwas!

Liebe Grüße, 
eure Nadine

Freitag, 8. Februar 2019

Lipödem-Aufklärungskampagne für Ärzte und Fachpersonal


Hallo meine lieben Leidensgenossinnen!

Nachdem ich gestern wieder einmal einen Zeitungsartikel gesehen habe, in dem sich ein (studierter!) Arzt über unsere Krankheit Lipödem negativ geäußert hat und sich aber gleichzeitig offensichtlich nicht mit unserem Krankheitsbild auskennt, kam mir die Idee, hierfür eine Aufklärungskampagne zu starten.

Mein Einfall dazu war, den Briefkasten dieses Arztes mit Fachartikeln, Studien und ähnlichen Schriftstücken über das Lipödem vollzustopfen. 

Das könnte man als weitreichenderes Projekt natürlich auch bei allen anderen Ärzten, medizinischen Fachkräften usw. machen, wenn man mitbekommt, dass unser Krankheitsbild nicht bekannt ist oder falsches bzw. unvollständiges Wissen darüber besteht.

Da das Ganze ein Prozess ist und es immer mal wieder was Neues gibt, teile ich das hier in Phasen ein:

1. Phase: Meine Gedanken dazu (8.2.2019)

Um das zu realisieren habe ich mir ein paar Gedanken gemacht:
  1. Müsste man entsprechende Fachartikel und Studien sowie auch gute Zeitungsberichte, Blogbeiträge, TV-Beiträge und andere Medien-Beiträge sammeln und zusammenstellen.
  2. Müsste man dafür ein Netzwerk aufbauen, das dann handelt, wenn
    • falsche oder schlecht recherchierte Zeitungsartikel, Medienberichten usw. erscheinen oder
    • bei schlechten Erfahrungen mit "Fachpersonal".
  3. Diese Handlung könnte darin bestehen, dass die gesammelten Schriftstücke von mehreren Frauen in mehreren Sendungen postalisch oder persönlich an die Zielperson zugestellt werden. Mein Gedanke dabei ist, dass mehrere Postsendungen effektiver sind, weil dann nicht nur von einer Seite Protest laut wird.
  4. Wenn sich dann eine Betroffene bei uns meldet, die so einen Fall gesichtet bzw. erlebt hat, würden wir (eingeteilt in Gruppen, z.B. nach Bundesländern) dann aktiv werden.
Außerdem habe ich mir darüber Gedanken gemacht, dass:
  1. ich das nicht alleine schaffe und deshalb die Hilfe von einigen Frauen in ganz Deutschland (und evtl. auch Österreich und Schweiz) brauche, die aktiv dabei sind und auch
  2. gerne die Unterstützung von einigen Frauen unter uns hätte, die bereits Erfahrungen mit Öffentlichkeitsarbeit haben sowie von der Lipödem Hilfe Deutschland e.V..
  3. ich einen Projektförderantrag (Krankenkassenindividuelle Förderung der Selbsthilfe über die gesetzlichen Krankenkassen) stellen könnte, sodass wir hoffentlich die Kosten für Papier, Druckertinte, Versandmaterial und Briefporto wieder bekommen könnten.
  4. für diese Idee eine Facebook-Gruppe wahrscheinlich die beste Idee wäre, die ich eröffnen werde, sobald ein paar Freiwillige dabei wären.
Also... wer hätte Lust und wäre gerne mit dabei?
Bitte meldet euch bei mir per Mail (an wanderstabundkompri@gmail.com) oder über Facebook!
Wir könnten damit so viel Gutes tun und sehr gezielt Aufklärungsarbeit leisten.

Liebe Grüße,
  eure Nadine




2. Phase: euer Feedback und neues Ziel (9.2.2019)

Zum größten Teil wurde meine Idee positiv aufgefasst und befürwortet. Auch wenn es ein paar Einwände gab, möchte ich meine Idee weiter verfolgen. 
Unter den Kommentaren und Nachrichten, die mich erreichten, war auch der Vorschlag, mich mit der Idee einer bestehenden Gruppe von Frauen, also einem Verein oder Webseite anzuschließen. 
Darauf bin ich selbst gar nicht gekommen ,aber ich finde diese Idee toll und würde genau das gerne tun.
Egal ob als eine Art Kooperation, als "festes Teammitglied" oder auch nur indem ich bei Bedarf zuarbeiten würde. Ich würde eh gern mehr für die Community tun!

Also wenn jemand mich im Team haben möchte, unbedingt melden 😍 
Im Moment stehe ich schon mit zweien in Kontakt, aber es ist noch nichts Festes heraus gekommen.
Ich bin gespannt! 


 
3. Phase: ich bin dabei! (10.2.2019)

Ich darf mich bei der Seite www.lipoedem-fakten.de engagieren. Das finde ich wirklich super und freu mich schon auf das ein oder andere Projekt!
Meine Idee soll dort auch weitergeführt werden.

Montag, 4. Februar 2019

Vierte Liposuktion: zweite Arm-Liposuktion - und Heilungsbericht #1

3 Tage nach 2. Arm-Liposuktion


Hallo meine Lieben,

ihr kennt ja den Spruch: Meistens kommt es anders, als man denkt...
So war es bei mir dieses Mal auch. 

Ich hatte eigentlich gedacht, dass meine nächste Liposuktion erst Ende März oder Anfang April 2019 sein würde, da ich wusste, dass dann erst wieder freie Termine verfügbar waren. Aber bei der Terminvergabe erfuhr ich dann, dass Ende Januar tatsächlich noch ein Termin frei geworden war, weil jemand abgesagt hatte.
Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass nach Dr. Engel auch Herr Dr. Evertz das Klinikum Kassel verlassen würde und das schon Ende März.

"Wie spontan sind Sie denn?", wurde ich gefragt. "Am 30. Januar ist noch ein letzter Termin bei Dr. Evertz frei."
Da musste ich erst einmal tief durchatmen: Nur sechs Wochen nach meiner zweiten Bein-Liposuktion gleich die nächste Operation? Okay. Ich sagte zu, brauchte aber danach noch ein wenig Zeit um das zu verdauen. Viel Zeit hatte ich dafür allerdings nicht, denn der Tag der Operation kam schneller, als mir lieb war.

Hier nun mein Bericht zu meiner vierten Liposuktion:

Beim Nachsorgetermin meiner zweiten Bein-Operation konnte ich gleich das Vorgespräch für diese Operation führen.
Hier zeigte ich auch meinen linken Oberarm, wo ich eine Pflasterallergie hatte und nun die Haut einige Dellen zeigte. Dort hatte ich auch längere Zeit Verhärtungen gehabt, die jedoch schon viel besser geworden waren. (Mehr dazu im Beitrag: Heilungsbericht Nr #2 der Arm-Liposuktion)
Linker Oberarm mit Verwachsung
Dr. Evertz sagte, dass es sich hier um eine Verwachsung handelte, die man bei der nächsten Liposuktion behandeln würde: Entweder in dem man beim Absaugen die Hautschichten mit der Kanüle wieder trennen würde oder - falls das nicht gehen würde - müsse man einen kleinen Schnitt machen und die Hautschichten per Hand voneinander lösen. Im schlimmsten Falle würde ich an der Stelle eine fünf bis sechs Zentimeter lange Narbe behalten. Damit konnte ich leben.

Dass ich das Vorgespräch für die zweite Arm-Liposuktion gleich zur Nachsorge der zweiten Bein-Operation machen konnte und dann nicht noch einmal extra vor dem OP-Termin nach Kassel musste, fand ich gut, aber ansonsten war diesmal wirklich vieles sehr stressig und durcheinander und kostete mir viele Nerven.

So war zum Beispiel kein Bett für mich frei als ich am Nachmittag vor der Operation ankam und ich wurde zuerst in eine andere Abteilung aufgenommen. Später am Abend wurde ich dann doch wieder in die richtige Abteilung verlegt. Was für ein Stress! Wenigstens war die Schwester, die mich abholte sehr freundlich und lustig und ich konnte dann doch drüber lachen.
Eigentlich wollte ich auch, dass am selben Tag noch jemand vom Sanitätshaus wegen eines neuen OP-Mieders vorbeikommt. In der "falschen Abteilung" waren die Schwestern aber total überfordert und leider klappte das auch nicht.

Als ich später am Abend dann verlegt wurde, war alles okay und ich hatte eine ruhige Nacht. Auch morgens klappte alles gut mit dem Anzeichnen und mit dem Weg in den Operationssaal. Die Markierungen fand ich besonders lustig und möchte sie euch nicht vorenthalten. (Leider habe ich von den Oberarmen keine Fotos gemacht):



Im Vorfeld hatte ich mir ein paar Gedanken über die Schmerzmittel nach der Operation gemacht, da ich das letzte Mal ja ein anderes (und für mich besseres) Mittel bekommen hatte, wodurch ich aber für den Rest des OP-Tages Sauerstoff gebraucht habe. Beim Anästhesie-Gespräch hatte ich das angesprochen, aber anscheinend war diese kleine Komplikation nicht der Rede wert und ich bekam wieder dieses Schmerzmittel (Dipidolor).

Nachdem ich sehr pünktlich gegen 7:30 Uhr in den Operationssaal gebracht wurde und auch der Venenzugang beim ersten (schmerzhaften) Versuch geklappt hatte, wurde ich schnell ins Land der Träume geschickt. Ich wachte schon gegen 11:15 Uhr auf und wurde gegen 13:00 Uhr wieder aufs Zimmer gebracht. Gegen 14:00 Uhr war ich wieder einigermaßen klar, nur noch sehr müde. Die nächsten Stunden verbrachte ich meist dösend bis schlafend bis ich am späten Nachmittag richtig wach war. Dann kam auch Herr Dr. Evertz kurz vorbei. Wie bei der ersten Arm-Operation hatte ich einen Venenzugang im Fuß und meine Arme waren wieder komplett gewickelt. Dieses Mal konnte ich meine Arme schneller und besser bewegen als bei der ersten Arm-Liposuktion. Ich konnte beim Abendessen schon selbst essen. Nur das Brötchen zum Salat musste mir die Schwester aufschneiden und schmieren. Das ging dann doch noch nicht.

Bei dieser Operation wurden meine Unterarme abgesaugt und an meinen Oberarmen noch einige Korrekturen vorgenommen. Außerdem wurde eine Verwachsung am linken Oberarm gelöst. Es wurden 2,6 Liter krankhaftes Fett abgesaugt.

Am nächsten Morgen wurden mein Venenzugang am Fuß (der mir dieses Mal wirklich sehr schmerzte) und mein Blasenkatheter entfernt und ich durfte aufstehen. Meinem Kreislauf ging es gut. Mir war nur ein wenig schwindelig.
Nach dem Verbandswechsel am späten Vormittag zog ich mein altes Op-Mieder mit Hilfe meiner Anziehhilfe und einer Schwester an. Allerdings war das wie zu erwarten viel zu weit. Das wusste ich ja schon vorher und nach ein wenig Hin und Her mit der diensthabenden Ärztin konnte ich erreichen, dass doch noch jemand vom Sanitätshaus angefordert wurde. (Meine Nerven!!!) 
Der nette Herr kam kurze Zeit später und nachdem wir ein wenig überlegt hatten, probierten wir erst einmal meinen alten Flachstrick-Bolero an. Dank Anziehhilfe und ein paar routinierten Handgriffen von ihm war ich schnell drin. Er schaute sich den Sitz des Boleros an und stellte fest, dass er gut saß und ich damit kein neues Mieder brauchen würde. Er erklärte auch, dass ich mit Flachstrick auch nach der Liposuktion besser bedient wäre und ich mir nach dem Abschwellen einfach lieber einen neuen Bolero verschreiben lassen soll. So wie es sich anhörte, hält er wohl nicht so viel von diesen Op-Miedern. Egal, ich verstand mich gut mit ihm und wir verabschiedeten uns bis zum nächsten Mal.

Nachdem der nette Mann vom Sanitätshaus weg war, kam noch einmal die Ärztin rein und sagte, ich könne heute schon gehen, wenn ich wollte. Ich lehnte erst einmal ab, weil es mir ein Tag nach der Operation doch etwas zu früh war. Aber als ich dann kurze Zeit später erfuhr, dass ich (WIEDER!!! Meine Nerven!!!) in eine andere Abteilung verlegt werden sollte, weil mein Bett gebraucht wurde, beschloss ich doch zu gehen und fing an langsam meine Sachen zu packen.
Herrje, war das noch anstrengend... Weil mir aber keiner sagen konnte, wann genau ich gehen sollte, machte ich wirklich langsam und am Ende dauerte es noch bis zum späten Nachmittag bis ich entlassen wurde. (Nochmal... meine armen Nerven!!!)
Ein paar Schmerzmittel und Antibiotika für insgesamt fünf Tage bekam ich wieder mit.
Als ich endlich bei meinem Eltern ankam, war ich ziemlich erschöpft. Ich schlief die kommenden Tage lange aus und machte teilweise auch Mittagsschlaf oder ruhte mich zumindest aus.

Nach dieser Liposuktion sind mir meine Hände auch stärker angeschwollen als sonst und ich beschloss meine Flachstrick-Handschuhe zu tragen. Leider hatte ich die zu Hause vergessen und ich musste erst noch zwei Tage warten bis sie per Post bei mir eintrudelten. Bis dahin kühlte ich immer mal wieder und lagerte sie hoch. Das brachte aber nicht viel.


Schon am ersten Tag mit Flachstrick-Handschuhen verbesserte sich die Schwellung deutlich. Die linke Hand war nach der Operation wirklich sehr angeschwollen. Mittlerweile ist sie nur noch wenig geschwollen. Die rechte Hand war nur wenig geschwollen und ist jetzt abgeschwollen.
Über Nacht wurden die Schwellungen bisher (5 Tage nach OP) immer noch mal etwas schlimmer, aber nie mehr als der Ausgangszustand. Schon ein paar Stunden mit den Handschuhen reichten zum Abschwellen.

Hier ein paar Fotos von der linken Hand:

Linke Hand vor dem Handschuh-Tragen

Linke Hand mit Handschuh und ...
... nur ein paar Stunden später fast komplett abgeschwollen

Bei dieser vierten Liposuktion wurden ja hauptsächlich meine Unterarme abgesaugt und eine Verwachsung am linken Oberarm wurde gelöst. Zu der Verwachsung kann ich noch nichts sagen, werde euch aber berichten. 
Außerdem wurde der Übergang zu den Schultern noch einmal nachgearbeitet. An diesen Stellen habe ich die meisten Schmerzen und blauen Flecken. Ich kann meine Unterarme im Moment (5 Tage nach OP) zum Beispiel noch nicht auf der Tischkante ablegen. Auf weichen oder glatten Oberflächen geht es, aber es ist wirklich alles noch sehr druckempfindlich!
Dafür konnte ich meine Arme diesmal besser und schneller wieder bewegen und bekomme sie auch schon wieder über den Kopf und hinter den Rücken.

Ich bin nach dieser Liposuktion viel erschöpfter als nach den anderen Operationen. Ich denke, dass dies an der kurzen Zeit zwischen den Operationen liegt: Nur sechs Wochen scheinen zu wenig für mich zur Erholung zu sein und ich würde einen so kurzen zeitlichen Abstand nicht mehr oder nur noch in Ausnahmefällen wiederholen.

Was mich dieses Mal noch sehr nervt, sind Verspannungen. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich habe extreme Verspannungen in Nacken, Schultern und im oberen Rücken. Vielleicht von unbewusster Schonhaltung der Arme? Gut, dass ich so ein Shiatsu-Massagegerät habe. Das nutze ich gerade jeden Tag und bewege mich vorsichtig.

Das wäre es erst einmal mit meinem Bericht. Zum Schluss seht ihr noch ein paar Vorher-Nachher-Bilder von meinen Armen. Alle Bilder findet ihr in meiner Bildergalerie zu den Liposuktionen.

Wie immer könnt ihr mir gern schreiben oder bei Facebook kommentieren, wenn ihr Fragen habt.

Liebe Grüße,
 eure Nadine

14.09.2018
(vor OPs)


01.01.2019  
(104 Tage = 3,5 Monate nach 
1. Arm-OP)


27.01.2019
(132 Tage 
nach 
1. Arm-OP)


02.02.2019
(3 Tage
nach
2. Arm-OP)