Freitag, 19. Oktober 2018

Heilungsbericht der Arm-Liposuktion mit Nachsorge

Hallo ihr Lieben,

meine Arm-Operation ist jetzt rund 4,5 Wochen her und nun möchte ich Euch berichten, wie es mir so ergangen ist.
Mein Heilungsverlauf war bisher recht gut.

Ich war nach dem Krankenhausaufenthalt noch etwas länger als eine Woche bei meinen Eltern und habe mich da ein wenig unterstützen lassen.
Das war auch gut so, da ich mich eine Weile noch nicht ganz sicher auf den Beinen fühlte, weil mein Kreislauf noch nicht so stabil war und mir deshalb hin und wieder schwindelig wurde. Das ließ aber schnell nach. Vielleicht auch, weil ich jeden Tag einen kleinen Spaziergang machte und die Wege dabei immer länger wurden.
Die Schwellungen der Arme waren bis circa zwei Wochen nach der Operation am größten. Dabei war der Schwellzustand vor allem am Ende der zweiten Woche sehr unterschiedlich: Mal fühlte sich das Mieder extrem eng an und mal saß es sehr angenehm. Besonders der linke Arm spannte während dieser Schwellzustände sehr. Als dieses extremen Schwankungen aufhörten, brauchte ich übrigens auch keine Schmerzmittel mehr.

Die Fäden wurden dann am 02.10. gezogen. Dabei wurde festgestellt, dass ich auf der linken Seite eine allergische Reaktion auf die Pflaster hatte. Gott sei Dank sah es nur schlimmer aus, als es war. Schmerzen hatte ich nämlich dadurch nicht und mittlerweile verheilt es auch gut.

Anfang dieser Woche war ich dann noch zur Nachsorge bei Dr. Engel.
Er war sehr zufrieden mit dem Ergebnis und lobte mich auch wieder für meine Hautpflege und dass ich so brav mein Mieder trage.
Allerdings stellte er fest, dass mein linker Arm noch etwas geschwollen ist und ich dort auch ein paar Wassereinlagerungen habe. Da mein Mieder mittlerweile Falten warf (d.h. zu weit geworden ist), sprach ich ihn darauf an und er bestätigte mir, dass ich möglichst bald eine ordentliche Flachstrickversorgung bräuchte. Zusammen mit der Lymphdrainage (die ich 2x die Woche bekomme) würden dann auch die Wassereinlagerungen verschwinden und die Schwellungen würden sowieso mit der Zeit weggehen. Beruhigt konnte ich dann nach Hause fahren.
Ein nächster OP-Termin für die Oberschenkel wird wohl dieses Jahr noch folgen.

Wie meine Arme jetzt aussehen, könnt ihr hier sehen. Zum Vergleich noch einmal auch die Bilder von vor der Liposuktion.
32 Tage post Op
32 Tage post Op
Mit Mieder
Mit Mieder
Vor der OP
Vor der OP

Um eine neue Kompression kümmere ich mich bereits und habe in ein paar Tagen ein Termin zum Vermessen.

Von den Schmerzen her ist es seit der zweiten Woche post OP nicht mehr nennenswert. Ich komme ohne Schmerzmittel aus und wirklich merken tue ich die Arme nur, wenn ich mich aufstütze oder ich eine blöde Bewegung mache.

Vielleicht noch ein paar Infos dazu, wann ich was wieder konnte:

Was?Wann?
Toilettengang selbst erledigen1. Tag post OP
Arme komplett anwinkeln2. Tag post OP
Allein Essen und Trinken1. Tag post OP (ab Mittag)
Haare kämmen3. Tag post OP
Beide Arme komplett über den Kopf heben3. oder 4. Tag post OP
Flasche öffnen5. Tag post OP
Haare waschen1 Woche post OP
Kompression ohne Hilfe anziehen1 Woche post OP
Pferdeschwanz bindencirca 10 Tage post OP

Noch Fragen? 
Dann meldet Euch gern bei mir hier über meine Seite oder über Facebook.

Liebe Grüße,
Eure Nadine

Dienstag, 25. September 2018

Bericht zur zweiten Liposuktion: Arme

Hallo ihr Lieben,
Nun möchte ich Euch endlich Bericht erstatten. Bestimmt sind einige von Euch schon sehr neugierig!

Am Montag, den 17.9.2018 war nun meine zweite Liposuktion im Klinikum Kassel bei Herrn Dr Engel.

Dabei wurden mit der TLA-Methode und in Vollnarkose fast acht Liter aus meinen Armen entfernt - zum größten Teil aus meinen Oberarmen. Jeweils fast vier Liter links und rechts, wobei links ein wenig mehr abgesaugt wurde.
Eine ganz schöne Menge, wenn man sich das in Tetra Packs vorstellt.

Am Morgen der Operation wurde ich angezeichnet. Dabei erklärte mir Herr Dr Engel, dass er bei der ersten Operation hauptsächlich die Oberarme behandeln würde und bei der zweiten Operation dann die Unterarme komplett sowie an den Oberarmen noch letzte Korrekturen machen wird. 
Linker Arm
Rechter Arm 

Geplant war die Operation gegen Mittag, aber ich kam erst gegen 14 Uhr dran. Nach der Narkose wurde ich kurz vor 18 Uhr wieder wach. Wie bei der ersten Operation hatte ich Schmerzen, wieder dauerte es etwas, bis das Schmerzmittel wirkte. Ich werde das bei der nächsten Operation noch einmal erwähnen und fragen, ob man mir nicht gleich etwas anderes geben könnte. Gegen 19 Uhr war ich wieder auf meinem Zimmer. 
Dort durfte ich gleich etwas trinken und ein paar Salzstangen knabbern. Es war wirklich komisch für mich, mich füttern zu lassen.
Mit Übelkeit hatte ich dieses Mal so gut wie nicht zu kämpfen und auch mein Blutdruck war nur ein bisschen höher als normal. 
Später am Abend durfte ich dann auch das erste Mal aufstehen als ich auf Toilette musste. Ich hatte nämlich keinen Katheter. Am Tag der Operation und am Tag danach musste ich wegen jeder Kleinigkeit nach einer Schwester klingeln. Auch für jedes Mal trinken und für jeden Toilettengang. Ich wurde sogar gefüttert. Das war für mich wirklich gewöhnungsbedürftig. Besonders das Saubermachen nach dem Toilettengang war sehr befremdlich. Ich sagte mir nur immer wieder, dass es ja ihr Job sei...

Nach der Liposuktion wurden meine Arme inklusive ein Teil meiner Hände fest bandagiert, so wie man es zur Entstauung machen würde. 
Am Tag nach der Op
Im Vorfeld hatte ich mir sehr viele Gedanken gemacht, weil vielen Frauen nach der Operation die Hände (teilweise sogar sehr stark) anschwellen. Ich kenne das schon ansatzweise, weil mir das manchmal beim Sport oder bei großen Anstrengungen passiert und dieses Gefühl dann immer sehr unangenehm ist. 
Deshalb beschloss ich,  mir vor der Liposuktion ein Paar flachgestrickte Handschuhe zu besorgen, die ich dann tragen könnte. Wie ihr seht, hat das nicht geklappt, weil die Handschuhe nicht rechtzeitig fertig geworden sind. Aber das war Gott sei Dank nicht so schlimm. Ich hatte nämlich Glück und meine Hände schwollen nur wenig an. Links war es nicht der Rede wert und rechts war zwar eine Schwellung zu sehen, aber diese war wirklich noch im Rahmen. 

Am nächsten Tag sollte ich mein Mieder bekommen. Zur Visite wurden meine Verbände entfernt und ich konnte dann auch mal schauen. Wie beim letzten Mal bin ich ziemlich bunt (blaue Flecke).
Leider passte das Mieder nicht: An den Oberarmen hatte Dr. Engel so viel abgesaugt, dass das Mieder dort mindestens zwei Zentimeter zu weit war. Kurzerhand wurde es dem Sanitätshaus zum Ändern mitgegeben und mir wurde versprochen, dass ich das Mieder am nächsten Tag zurückbekommen würde. Das klappte dann auch.
Als ich dann ins Mieder gequetscht wurde, war ich mehr als froh, dass ich meine Anziehhilfe mitgenommen hatte. So war es zwar schmerzhaft, aber es ging recht flott!
Ich habe übrigens diese Anziehhilfe: Juzo Anziehhilfe Easy-Slide Arm

Ein paar Stunden später, als ich im Bad war um mich bettfertig zu machen, betrachtete ich meine Arme (im Mieder) das erste Mal ganz in Ruhe und ich realisierte, wieviel Fett da überhaupt aus meinem Armen entfernt wurde.


Am Donnerstag Nachmittag kam dann Dr Engel noch zu mir und schaute sich meine Arme an. Da alles in Ordnung war, durfte ich noch am selben Tag die Klinik verlassen. Bei diesen Gespräch erfuhr ich übrigens erst, wie viele Liter genau abgesaugt wurden: Fast 8 Liter! Wow - so viel! Das ist wirklich sehr viel für die Arme! 
Und ich erfuhr, dass Herr Dr Engel bei seinen Liposuktionen so arbeitet, dass auch die Zwischenergebnisse möglichst ästhetisch sind. Das finde ich super!

Mittlerweile bin ich bei meinen Eltern und lasse mich ein bisschen von meiner Mum verwöhnen.

Natürlich habe ich auch Fotos für Euch machen lassen. Sie sind vom Sonntag:
6 Tage post Op
6 Tage post Op
Mit Mieder
Mit Mieder
Vor der OP
Vor der OP
Die Schmerzen sind etwas nerviger, als bei den Beinen. Ich darf Ibuprofen nehmen und bin bisher mit drei oder maximal vier Tabletten (a 400mg) am Tag gut klargekommen und die Abstände zwischen den Tabletten werden mittlerweile auch merklich länger. 

Mehr weiß ich gerade nicht zu erzählen. Habt ihr noch Fragen?

Kommtiert ruhig hier oder auf meiner Facebook-Seite. Natürlich könnt ihr mir auch eine Mail schicken.
Liebe Grüße, eure Nadine

Mittwoch, 19. September 2018

Kriterien und Operateure für Liposuktionen bei Lipödem und warum die Studie des GBA daran scheitern könnte


Ein sehr heikles Thema, das gerade unter den von Lipödem betroffenen Frauen diskutiert wird, ist die anstehende Studie des GBA (gemeinsame Bundesausschus). Diese Studie soll klären, ob die Liposuktion als mögliche Behandlungsmethode in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden kann. 
Im Moment ist es nämlich noch so, dass die meisten Frauen ihre Operationen selbst zahlen müssen. Nur in ganz seltenen Fällen gibt es positive "Einzelfallentscheidungen", die oft mit einem langen Kampf mit der Krankenkasse einhergehen: So wie es bei mir war.

Die Studie des GBA stellt damit eine große Chance für uns Lipödem-geplagte Mädels dar. Aber leider könnte das Ganze auch komplett in die Hose gehen, weil es wenige wirklich gute Chirurgen gibt, die auf Liposuktionen bei Lipödem spezialisiert sind. Diese Ärzte sind fast ausschließlich Privatärzte, das heißt keine von der Kasse zugelassene Vertragsärzte. Das heißt wiederum, dass die Frauen, die für die Studie operiert werden, höchstwahrscheinlich nicht von den wirklichen Spezialisten auf diesem Gebiet behandelt werden.
Erkennt ihr das Problem?!

Das Finden eines guten Chirurgen ist auch für Selbstzahler nicht einfach, weil nicht jeder "Schönheitschirurg" bzw. "Plastischer Chirurg" Ahnung von der Fettabsaugung von Lipödemen hat. 

Was man bei der Suche eines guten Operateurs beachten sollte und welche Kriterien dieser erfüllen sollte, hat vor kurzem die liebe Myra Snöflinga auf ihrem Blog zusammengestellt. Hier geht sie auch noch einmal auf das Problem der Studie des GBA ein.

Zum Beitrag bitte hier klicken: 


Zu meiner ersten Arm-Liposuktion schreibe ich Euch in den nächsten Tagen natürlich auch noch! Da brauche ich nur noch ein bisschen. Aber bevor ihr vor Spannung platzt, sag ich schon mal, dass es mir recht gut geht.

Bis dahin und liebe Grüße, 
Eure Nadine



Bildquelle oben: https://www.pexels.com/de/foto/decke-innen-klinik-krankenhaus-247786/

Freitag, 14. September 2018

Weiter geht´s mit den Armen

Hallo meine Lieben,

meine nächste Liposuktion steht an und bevor ich mich unters Messer lege, wollte ich mich noch einmal bei Euch melden.

Bei dieser Operation kommen meine Arme dran. Ich habe heute noch einmal Fotos gemacht, damit ich auch ein Vergleich zu danach habe.


Ich bin wirklich sehr gespannt, wie meine Arme nach der Liposuktion aussehen werden. 
Zwar weiß ich, dass eine Operation nicht reichen wird, aber trotzdem erhoffe ich mir eine Verbesserung der Schmerzen und auch der Optik. Insgesamt leide ich nämlich mehr am Anblick meiner Arme, als an dem meiner Beine. Warum?
Naja... meine Beine kann ich mit langen Hosen oder Röcken ganz gut verstecken. Bei den Armen ist das vor allem im Sommer bei etwas höheren Temperaturen so gar nicht mehr möglich und ich schäme mich wirklich sehr für sie. Auf Fotos bin ich immer schockiert, dass meine beiden Oberarme genauso breit wie mein Oberkörper aussehen. Schrecklich!


Auch die Schmerzen haben in den letzten Monaten zugenommen. Vielleicht hatte ich auch einen weiteren Lipödem-Schub, weil ich mittlerweile diesen typischen "Rand" an den Handgelenken habe, wo der Umfang plötzlich zunimmt: 


Also schmales Handgelenk und dann wird es schnell dicker am Unterarm. 

Ich habe das Gefühl, dass es in den letzten Monaten mehr geworden ist... Gut, dass Herr Dr. Engel auch die Unterarme mit operiert.

Im Vorfeld habe ich mir sehr viele Gedanken zu dieser Operation gemacht. 
Die meisten Operateure möchten ja, dass zumindest einige Zeit vor der Operation die Kompressionsversorgung (Flachstrick) sehr regelmäßig getragen wird, damit das Gewebe schön weich ist und besser auf den Eingriff vorbereitet ist.
Ich weiß gerade nicht, ob ich es hier einmal erwähnt habe, aber ich komme mit der Kompressionsversorgung der Arme nicht gut klar und trage sie deshalb nicht sehr regelmäßig. Auch die letzte Zeit habe ich es trotz guten Willen nicht geschafft.
Gott sei Dank muss deswegen die Liposuktion nicht ausfallen. Herr Dr. Engel hat mich zum Vorgespräch abgetastet und grünes Licht gegeben. Also umsonst Sorgen gemacht.

Wenn ich gerade schon einmal dabei bin, kann ich gleich mal ein wenig über meine Erfahrungen mit der Flachstrick-Kompressionsversorgung der Arme erzählen:
Ganz am Anfang hatte ich Armstrümpfe (wie Stulpen für die Beine), die aber gar nicht gingen, weil bei mir das Lipödem ja direkt hinter der Schulter beginnt und das mit der Passform überhaupt nicht funktionierte: Der Haftrand der Armstrümpfe rutschte ständig und drückte dann genau dort, wo meine Oberarme am empfindlichsten sind. Von dem ständigen Herumgezuppel (Hochziehen) der Armstrümpfe will ich gar nicht reden.
Mittlerweile bin ich auf Boleros von Juzo umgestiegen, die keinen Haftrand brauchen, da sie mit einem Rückenteil verbunden sind.
Meine Sanifee und ich haben deshalb verschiedene Varianten und Zusätze ausprobiert. Es ist besser geworden, aber ich trage den Bolero trotzdem nicht gern. Besonders an den Ellbogeninnenseiten und in der linken Achsel bin ich sehr empfindlich und halte es nicht lange darin aus. Telefonieren kann ich damit z.B. nur kurz, weil sich der Stoff, der sich in der Ellbogeninnenseite durch das Anwinkeln des Armes sammelt, sehr einschneidet und das nach kurzer Zeit unheimlich schmerzhaft ist.
Vielleicht finde ich noch irgendwann etwas Besseres. Die verschiedenen Hersteller verbessern und erweitern ja auch immer wieder ihre Kompressionswaren.

Ich melde mich ein paar Tage nach meiner Operation wieder bei Euch,
liebe Grüße und bis bald,

eure Nadine

Mittwoch, 25. Juli 2018

Ärzteliste für Lipödem-Ärzte in Deutschland

Hallo meine Lieben,

heute gibt es nur einen kurzem Beitrag, denn ich möchte euch auf etwas richtig Tolles hinweisen:

Die liebe Myra Snöflinga hat auf ihrem Blog eine Liste mit Ärzten erstellt, die von Lipödem Patientinnen für die Erstdiagnose empfohlen werden. Diese wird auch noch erweitert, also lohnt es sich ggf. auch hin und wieder mal draufzuschauen!

Warum das so wichtig ist?
Viele Frauen haben einen Ärzte-Marathon hinter sich. Oft werden wir nur als "dick" abgestempelt und damit falsch beraten und behandelt.
Einen guten Arzt zu finden, der sich mit Lipödemen auskennt und damit auch fähig ist eine korrekte Diagnose zu stellen, ist da wichtig.

Dashalb ist diese Liste wirklich Gold wert!
Ich DANKE Myra Snöflinga von Herzen für ihre Arbeit!

Ihren Beitrag mit der Liste findet ihr hier:


Liebe Grüße,
eure Nadine

Sonntag, 22. Juli 2018

Mit Wanderstab und Kompri auf Rügen


Ich war ein paar Tage mit meiner Mum auf Rügen im Urlaub und hatte mir vorgenommen wenigstens eine kleine Wanderung zu machen.
Da passte es gut, dass wir kurzerhand von ein paar anderen Gästen dort mitgeschleift wurden ;-)

Wir liefen zum Königsstuhl, genauer gesagt zur Victoriaansicht.
 

Ich hatte in weiser Voraussicht meinen kleinen Wanderrucksack und meine Trekkingstöcke dabei. Dank Rucksack konnte ich auch Wasser, Jacke und ein wenig Kleinkram gut transportieren. Meine heißgeliebten Laufschuhe von Adidas hatte ich eh an den Füßen. Sie sind immer noch meine allerliebsten Lieblingsschuhe - auch in der Freizeit.

Hier ein paar Fotos und Impressionen von der Strecke:





 
Mit dem Wetter hatten wir nicht so viel Glück, weil es ungefähr die Hälfte der Zeit regnete, aber trotzdem war es schön, mal wieder ein bisschen zu Laufen. Perfekt wäre es gewesen, wenn ich mein eigenes Tempo hätte gehen können. Ich fühlte mich ziemlich gehetzt von den anderen, obwohl sie versuchten Rücksicht auf mich zu nehmen.

Dadurch war ich nach der Ankunft an der Victoriaansicht schon ziemlich kaputt und musste auf eine Pause im Gasthaus bestehen. Nach der Pause schaffte ich den Rückweg ganz gut, war aber danach auch wirklich sehr geschafft. 

Es ist so traurig für mich, dass ich nicht mehr Wandern kann, wie ich es gerne tun würde. Eigentlich hatte ich geplant, dieses Jahr im September oder Oktober noch das Stück Jakobsweg zwischen Santiago de Compostela, Fisterra/Finisterre und Muxia zu laufen. Vorrausgesetzt mir würde es gut genug gehen. Im Moment sieht es eher nicht danach aus. Schade. Ich hoffe wirklich, dass ich das nach meinen ganzen Lipödem-Operationen noch machen kann.

Drückt mir mal bitte die Daumen :-)
Liebe Grüße,

eure Nadine

Sonntag, 8. Juli 2018

Kompressionsversorgung kaputt?! Was tun?


Hallo ihr Lieben, 

Heute mal wieder etwas zum Thema Kompressionsversorgung und Strümpfe. 


Vor circa zwei Wochen ist mir beim Anziehen meiner Lieblingsversorgung bei der Capri-Hose die Naht zwischen Po und rechtem Bein gerissen. Das war echt doof, weil ich ansonsten gerade keine andere Versorgung habe, die gut passt. Ich habe zwar noch das Op-Mieder, aber das ist mir eigentlich nicht eng genug und zusammen mit den Kniestrümpfen sitzt es auch nicht besonders gut, da es sich bei mir an den Knien dann vermehrt sammelt. Meine anderen alten Versorgungen passen übrigens auch nicht mehr gut.

Eine neue Kompressionsversorgung bekomme ich Gott sei Dank demnächst. Sie wurde diese Woche bewilligt und ist auch mittlerweile ausgemessen und bestellt. Übrigens das erste mal in Hautfarbe seit Jahren. Habe mich für Kardamom von Juzo entschieden. Bin gespannt. 
Bis dahin wollte ich aber nicht ohne herumlaufen und habe überlegt, wie ich die Gerissene reparieren kann. Generell gibt es ja drei Möglichkeiten: 
- im Garantiefall kann der Hersteller ausbessern (allerdings nur eine gewisse Zeit lang)
- man kann sie von bestimmten Firmen reparien lsssen, z.B. bei "Maschenfänger" oder
- man versucht es selbst zu nähen, braucht dafür aber spezielles Garn.

Bei einer anderen Kompressionsversorgung hatte ich schon einmal ein Loch von "Maschenfänger" reparieren lassen und war sehr zufrieden. Kann sie also auch gut weiterempfehlen. Das dauert allerdings mit Einschicken, Reparatur und Rückversand eine Weile. 


Da wollte ich es dieses Mal selbst versuchen. Außerdem war ja auch "nur" die Naht gerissen und nichts vom Stoff kaputt. Also besorgte ich mir über mein Sanitätshaus das Spezial-Garn und nähte selbst. Das klappte auch ganz gut, auch wenn ich viel länger brauchte, als gedacht. Dieses Garn ist nämlich sehr elastisch und besteht aus vielen dünnen verzwirbelten Fäden, die sich beim Nähen auch gerne mal verhaken. Und ohne eine Einfädelhilfe hätte ich das Garn nicht in die Nadelöse bekommen.
Jetzt ist die Naht wieder geschlossen und ich hab meine geliebte Kompressionsversorgung wieder an. Das tut gut!

Für mich hat es sich also gelohnt,  meine Versorgung zu reparieren.
Wenn ich meine neue bekomme, werd ich auch noch einmal darüber berichten. Da ich ja mein Sanitätshaus wechseln musste, bin ich gespannt,  ob sie überhaupt auf Anhieb passen wird. 

Ihr könnt mir ja ein bisschen die Daumen drücken. 
Falls ihr noch wissen wollt, ob es mir besser gehr: Leider nicht :-(

Trotzdem liebe Grüße, 
eure Nadine 

Montag, 2. Juli 2018

Eine Depression ist ein fucking Event!

Ich weiß, bei mir ist es still geworden in den letzten Wochen.

Auf der einen Seite tut es mir sehr Leid - und auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass ich einfach nichts schreiben konnte.
Meine Depression hat mich seit Ende Mai fest im Griff und ich fühle mich so ohnmächtig und im wahrsten Sinne des Wortes kaputt.

Ich versuche mich wie schon so oft selbst aus dem dunklen Gefängnis der Depression zu befreien, aber dieses Mal ist es besonders schlimm. Denn irgendwie scheinen die Methoden und Werkzeuge nicht zu wirken, die ich mir in den letzten Jahren zusammengesucht habe... Es fühlt sich an, als wäre ich eingesperrt. Als ob ich zwar den Schlüssel zur Tür meines Gefängnisses hätte, dieser aber aus irgendeinem Grund nicht passen würde...

Natürlich war ich schon (mehrmals!) bei meinem Hausarzt, aber außer dass ich eine Krankschreibung und Johanniskraut bekommen habe, ist nicht viel passiert. Antidepressiva möchte ich übrigens nicht, weil ich davon immer extrem zugenommen habe und weil die auch Schübe beim Lipödem auslösen können.
Aber ich tue, was ich kann... Ich bin auf der Suche nach einem Therapeuten, habe eine psychosomatische Reha beantragt und beschlossen, in den nächsten Tagen eine Beratungsstelle aufzusuchen um herauszufinden, was es hier noch so für Angebote gibt.

Und ich versuche die Depression zu akzeptieren. Aber das ist gar nicht so leicht. 
Das Zitat «Eine Depression ist ein fucking Event!» aus meinem neuen (aktuellen) Lieblingsroman "Mängelexemplar" (von Sarah Kuttner) passt für mich gerade extrem gut! 


Es ist gleich der erste Satz aus dem Buch. Etwas später heißt es da noch: Es ist so, als ob man im Radio sauteure Tickets für ein Konzert gewinnt, auf das man keine Lust hat. Eine Depression ist wie ein Madonna-Konzert: wirklich ein «fucking Event.» Allerdings ein beschissenes und unnötiges «fucking Event». 
Diese Formulierung ist grob und der Vergleich ungewöhnlich, aber für mich passt er. Eine Depression ist ein "fucking Event", sie ist einfach scheiße und man will sie nicht. Nicht gratis und auch nicht einmal mit Schokosoße, Sahnehaube und bunten Streußeln garniert! Eine Depression ist hässlich und bleibt es auch mit Dekoration! Dabei ist die Dekoration wohl auch nicht besser... Bei mir besteht sie nämlich neben meinen typischen Heul-Anfällen aus Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Zukunftsangst, schwankenden Essstörungen und einer riesigen Portion "Ich will, aber ich kann nicht", das heißt chronischer Erschöpfung.

Und da ich im Moment immer sehr erschöpft bin, lese ich viel bzw. höre ich viele Hörbücher. Das "Mängelexemplar" war eines davon. Beim Hören erkannte ich mich sehr schnell in der Protagonistin Karo wieder. Okay, wir haben etwas andere Probleme und sie mit mehr Ängsten zu tun als ich, aber ansonsten kenne ich ihre Gedankengänge und Gefühle sehr gut.
Das Hörbuch war traurig und augenöffnend zugleich und manchmal auch lustig, da der Stil sehr direkt und flapsig ist. Mir gefällt das Buch außerordentlich gut. Vielleicht euch ja auch? Weiter unten habe ich für euch noch mehr Infos zum Buch und den Link zu einer Leseprobe eingefügt.

Meinen Beinen geht es übrigens gut. Nicht, dass ihr denkt, mir geht es wegen bzw. nach meiner Operation so schlecht. Das ist aber nicht der Grund. Die Gründe sind kompliziert und ich verstehe selbst nicht 100%ig, was mit mir los ist. Zumindest habe ich eine Vermutung, warum es gerade jetzt so schlimm ist und das hat etwas mit meiner Arbeit zu tun.

Jedenfalls versuche ich nach Vorne zu sehen und trotzdem zu akzeptieren, wie es gerade ist. Das ist wirklich nicht leicht, merke ich gerade. Denn mir schießen schon wieder die Tränen in die Augen.

Ich hoffe wirklich, euch geht es besser als mir und sende liebe Grüße,
eure Nadine

Tanja Kummer vom SRF schreibt zum Roman "Mängelexemplar" von Sarah Kuttner:

Karo ist eine 27jährige Powerfrau mit Ecken und Kanten, ein Stehauffrauchen mit Lieblingssatz: «Ich mach das, kein Problem». Als sie ihrer Stelle in einer Event-Agentur verliert und ihre Beziehung beendet, denkt sich der Leser, die Leserin: Och, kein Problem - diese Frau wird einen neuen Mann und einen Job finden. Aber in dieser Zeit, in der Karo wenig zu tun hat und häufiger alleine ist, wird sie auf einmal von Angstgefühlen überwältigt, von denen sie nicht weiss, woher sie kommen.

Sarah Kuttner beschreibt ein Jahr im Leben ihrer Protagonistin Karo, die immer ein schnelles Leben gelebt hat und nun von einer Depression ausgebremst wird. Sie erzählt von der Therapie, den Reaktionen des Umfeldes und der Schwierigkeit, die Depression und die quälenden Gefühle, die damit einhergehen, zu akzeptieren. Aber auch von ihren Problemen mit Männern, von Freundschaften und der Beziehung zu den Eltern. Das Buch ist in schmissiger Jugendsprache geschrieben, leicht zu lesen, es ist echt, charmant und schonungslos. Dass Karo die Klappe so weit aufreisst tut gut es ist die Kampfansage an die Tabuisierung des Themas Depressionen, die Lizenz zum Drüberreden und um sich helfen zu lassen, wie Karo es macht. Und zwar erfolgreich. Für junge oder jüngere Mensche ist das sehr motivierend.

Eine Leseprobe findet ihr hier auf der Seite von Brigitte.de.


Quelle Bild oben: CC0-Lizenz über https://www.pexels.com/de/foto/abgeschlossen-ausfahrt-drinnen-eingang-270514/

Samstag, 9. Juni 2018

Postkarten vom Jakobsweg: Meine Karten-Wand


Meine Karten-Wand wächst und wächst!

Vor einigen Wochen hatte ich ja die Idee, dass ich mir gerne von anderen Pilgern Postkarten vom Jakobsweg schicken lassen würde: Mit lieben Worten oder schönen Geschichten... Sozusagen zur Aufheiterung, weil es mir ja in den letzten Monaten immer schlechter geht und ich dabei solche Sehnsucht habe...

Nach meinem Aufruf in mehreren Jakobsweg-Facebook-Gruppen landen nun immer mal wieder Ansichtskarten aus Spanien, Portugal und vereinzelt auch anderen Ländern in meinem Briefkasten und ich freue mich über jede Einzelne!

Ich hatte ja erzählt, dass ich Postkarten sammele und zu Hause auch eine ganze Wand voll habe. In meiner alten Wohnung in Halle hatte ich einen langen Flur und da sah das so aus: Dabei waren lustige Karten, die ich mir selber zusammengesammelt habe oder mal geschenkt bekommen habe und natürlich auch viele Urlaubskarten!

Meine Postkarten-Wand beim Abbauen.

Mittlerweile habe ich mir eine kleine Wand im Flur als neue "Pilger-Wand" ausgesucht und dort kommen nur Karten vom Jakobsweg oder von Pilger-Freund/innen dran: 

Wie gefällt es euch? Erkennt ihr vielleicht sogar eine von euch?
Noch einmal allen Schreiben ein herzliches Dankeschön :-)

Liebe Grüße,
eure Nadine