Samstag, 23. November 2019

Sechste Liposuktion: Unterschenkel und Unterarme - und Heilungsbericht #1

Fotos von 12 Tage post-OP

Meine sechste Liposuktion ist knapp zwei Wochen her und wie immer möchte ich euch über die Operation und meinen Heilungsverlauf berichten.

Ich habe dieses Mal um einiges länger zum Schreiben gebraucht, weil es mir nach der Operation nicht so gut ging, wie sonst. Was genau los war, könnt ihr in diesem und den nächsten Beitrag erfahren.
Dieser erste Heilungsbericht handelt von den ersten 12 Tagen nach der Liposuktion. Der nächste folgt dann in ein bis zwei Wochen.
Ganz unten findet ihr einige Vorher-Nachher-Fotos.

Also hier nun mein Bericht 

Bei dieser Liposuktion wurden insgesamt 5,5 Liter Fett abgesaugt; davon jeweils 2,45 Liter pro Unterschenkel und den Rest an den Unterarmen. Außerdem wurde noch eine kleine Stelle ganz hinten an meinem rechten Oberarm gemacht, die bei den anderen Liposuktionen nicht ausreichend gesaugt wurde.

Die Liposuktion war am 08.11.2019. Ich wurde gegen 12 Uhr zur Operation abgeholt und nach der Operation gegen 17:15 Uhr wieder auf Station gebracht. Danach schlief ich noch einmal recht lange. Gegen 19:30 Uhr war ich dann richtig wach und durfte aufstehen und auf Toilette. Danach bekam ich mein Abendessen. Ich konnte nur langsam essen, aber danach ging es mir ganz gut. Ich hatte keine Probleme mit Übelkeit und auch die Schmerzen waren okay.
Am nächsten Morgen ließ ich mir noch einmal beim Toilettengang helfen, aber da es meinem Kreislauf recht gut ging, durfte ich das danach selbstständig erledigen. Meine Unterschenkel und Arme waren nach der Liposuktion gewickelt worden. Am späten Vormittag kam dann auch einer von Dr. Cetegens Assistenzärzten um nach mir zu schauen. Er nahm mir die Verbände ab und entfernte die Pflaster. Die Einstichstellen sahen gut aus. Nur an einer Stelle, knapp über dem linken Knöchel auf der Unterschenkelinnenseite, lief noch Wundflüssigkeit aus, wie man gut auf den Fotos erkennen kann. Ich weiß aber, dass das normal sein kann, also machte ich mir keine großen Gedanken darüber.

linkes Bein rechtes Bein




Am Ende sollte es ziemlich genau 24 Stunden dauern, bis diese Einstichstelle endgültig zu war. Allerdings gefiel es mir nicht, dass ich mir später meinen Kompressions-Kniestrumpf mit Wundflüssigkeit einsaute. Es ist wirklich nicht angenehm, mit einem feuchten Fuß herumzulaufen!

Nach der Inspektion durch den Arzt zog ich meine Kompressionsversorgung (Flachstrick) an: einen Bolero für die Arme und Kniestrümpfe und Capri-Hose für die Beine. Dabei half mir eine der Schwestern ein wenig, da ich noch nicht so viel Kraft in den Armen und Händen hatte und mich außerdem der Venenzugang am linken Handrücken etwas störte.Der Zugang wurde später am Tag noch entfernt.

Während ich später an diesem Nachmittag auf den Fluren unterwegs war, traf ich Herrn Dr. Cetegen. Wir sprachen kurz miteinander und er kündigte mir an, dass er am folgenden Tag zur Visite kommen würde und ich nach Hause dürfte, wenn alles in Ordnung sei.

Meinem Kreislauf ging es gut und ich besuchte sogar noch die Cafeteria auf einen Milchkaffee und ein Stück Kuchen. Ich hatte nur Probleme beim Auftreten: Dabei taten mir die Füße und vor allem die Waden so weh, dass ich meine Hacken teilweise nicht aufsetzen konnte und ich ein paar Schritte auf den Zehenspitzen laufen musste. Die ersten Schritte waren immer eine Qual. Die rechte Seite ging, aber die linke Seite war wirklich sehr extrem. Wenn ich dann erst einmal in Gange war, wurde es etwas besser und ich konnte meine Hacken aufsetzen. Wenn ich auf dem Zimmer war, dehnte ich immer wieder meine Beine und Füße. Ob und wieviel das am Ende brachte, weiß ich leider nicht.
Meine Arme waren hingegen okay. Sie schmerzten zwar und ich konnte sie nur auf weichem Untergrund ablegen, aber es war alles im Rahmen.
Die typischen postoperativen Schwellungen gingen bei mir am späten Nachmittag los. Zuerst wurden meine Hände dick und über Nacht dann auch die Füße und Unterschenkel. Obwohl ich zeitweise meine Kompressions-Handschuhe trug, wurden meine Hände immer dicker. Deshalb zog ich meinen Bolero am zweiten Tag nach der Operation für eine Weile aus. Ich hatte meinen schwarzen Bolero getragen, der etwas enger als mein vorheriger Hautfarbener war. Also wechselte ich auf den älteren Bolero. Damit waren die Schwellungen erträglicher.

Am späten Vormittag kam dann Herr Dr. Cetegen und da alles in Ordnung war, konnte ich entlassen werden. Wegen den geschwollenen Händen bekam ich noch einen leichten Kompressionsverband und machte mich dann auf den Weg zum Zug. 

Wie immer verbrachte ich nach der Liposuktion einige Tage bei meinen Eltern um mich ein wenig unterstützen und pflegen zu lassen.

Am nächsten Tag (3. Tag nach OP) wollte ich gern duschen. Ohje – das war eine Aktion!

Duschen – die Erste

Eigentlich habe ich ja fast keine Probleme mit meinem Kreislauf, außer dass ich mich die erste Zeit immer sehr ausgelaugt fühle. Aber dieses Mal war es anders.
Als ich im Bad meine Kompression ausgezogen hatte und in die Wanne geklettert war, wurde mir sehr schnell flau im Magen. Ich wusch mir schnell die Haare, während mir immer elender wurde. Am Ende musste ich mich sehr beeilen, aus der Wanne zu kommen und mich auf den Toilettendeckel zu setzen, bevor ich umkippte… es war wirklich sehr knapp. Ich wäre fast in Ohnmacht gefallen. Meine Mum versorgte mich mit Handtüchern und einem kalten Glas Wasser. Nach ein paar Minuten ging es mir wieder besser, aber ich war ganz schön fertig. Auf dem Weg ins Wohnzimmer passierte dasselbe fast noch einmal. Allerdings schaffte ich es dieses Mal rechtzeitig aufs Sofa und ich konnte schnell meine Beine hochlagern. Das half, mich rascher zu erholen.
Aber ich musste mir eingestehen, dass sich mein Kreislauf im Moment anscheinend ohne Kompressions-Kniestrümpfe verabschiedete. Mist! Ich hoffte inständig, dass es sich das in ein paar Tagen legen würde.

Die nächsten Tage verbrachte ich mit nervigen Schmerzen und Schwellungen

Beim Laufen hatte ich immer noch Probleme beim Auftreten und Abrollen. Leider halfen die Schmerztabletten nicht richtig. Da die Schwellungen an den Unterschenkeln und Füßen stärker als das waren, was ich bisher gewohnt war, tippe ich darauf, dass der hartnäckige Schmerz daher kam. Ich schlief leider auch sehr schlecht und war ständig müde.

Wegen den Schwellungen lagerte ich meine Beine möglichst immer hoch. Nach ein paar Tagen kam mir die Idee, meine Beine mal im Liegen an die Wand hochzustrecken. Das brachte mir zeitweise Erleichterung.

Am Abend des sechsten Tages nach der Liposuktion fing ich an „Traumeel S“ Tabletten zu nehmen. Während einer der Selbsthilfegruppentreffen wurde dieses homöopathische Arzneimittel empfohlen und später bekam ich eine angebrochene Dose von einer Leidensgenossin geschenkt, die sich auch operieren ließ, aber mittlerweile fertig ist. Also probierte ich es aus. Schon am nächsten Tag ging es mir etwas besser. Ich kann nicht sagen, ob es an dem homöopathischem Arzneimittel lag oder ob es Zufall war, aber seit dem geht es mir jeden Tag ein wenig besser. Deshalb nahm ich die Tabletten für einige Tage weiter. Nun sind die Schwellungen im rechten Unterschenkel und in den Armen nur noch gering und das linke Bein ist auch um einiges besser geworden. Ich brauche weniger Schmerzmittel und seit dem neunten Tag post-OP kann ich auch wieder fast normal auftreten und abrollen.

Seit ich die Beine hin und wieder zeitweise hoch an die Wand lagere und die „Traumeel S“ Tabletten nehme, muss ich nachts auch vermehrt Wasser lassen. Das ist gut, weil es heißt, dass die Wassereinlagerungen abtransportiert werden.

Nicht schön, aber... meine Lieblingsposition 😅

Wegen den extremen Schwellungen in meinen Händen (trotz Kompressions-Handschuhe!) habe ich meinen Bolero hin und wieder für eine Weile ausgezogen und meine Hände in der Zeit hochgelagert. Aber auch diese Schwellungen wurden etwa nach einer Woche weniger. Mit den Unterarmen hatte ich ansonsten nicht so viele Probleme. Zwar kann ich sie bisher nicht auf der Tischkante ablegen, weil sie noch zu empfindlich sind, aber auf weichen Untergründen geht es. Ansonsten tun mir noch die Handgelenke und Hände weh. Ich denke, dass dies wie bei den Füßen an den Schwellungen liegt, da die Schmerzen weniger werden, seit dem auch die Schwellungen abnehmen.

Duschen – die Zweite

Vorm Duschen hatte in allerdings immer noch Angst. Die Erfahrung, fast ohnmächtig geworden zu sein, machte mir zu schaffen. In den Tagen danach wich ich erst einmal auf Katzenwäsche und extra Haarewaschen aus. Erst fünf Tage später traute ich mich erneut unter die Dusche. Weil es mir wieder nach kurzer Zeit schlecht ging, holte mir meine Mum einen Hocker, den wir in die Wanne stellten und ich duschte dann halt im Sitzen. So war es in Ordnung. Ich merkte zwar am Ende, dass es mir insgesamt etwas besser ging als beim ersten Duschen, aber das Problem, dass mir mein Kreislauf ohne Kompressions-Kniestrümpfe (im Stehen und Gehen) relativ schnell wegsackte, blieb noch bestehen. Falls das in den nächsten Tagen nicht deutlich besser geworden wäre, hätte ich eben erst einmal weiter „mit Begleitung“ duschen müssen.

Duschen - die Dritte

Am zehnten Tag nach der Liposuktion war dann der dritte richtige Duschgang. Dieses Mal ging es mir nicht so schlecht. Mir war zwar etwas flau im Magen und ich merkte, wie mein Puls währenddessen nach oben ging, aber ansonsten war es okay. Direkt nach dem Duschen setzte ich mich kurz auf den Toilettendeckel und machte eine kurze Pause vorm Abtrocknen. Insgesamt war es noch anstrengend, aber ansonsten bin ich wirklich erleichtert, dass es nun soweit besser ist, dass ich keine Angst mehr haben muss, in Ohnmacht zu fallen.
Die Schmerzen sind seit etwa dem zehnten oder elften Tag post-Op soweit zurückgegangen, dass ich keine Schmerztabletten mehr brauche. Was ich in den Tagen zuvor noch besonders unangenehm fand, waren die Schmerzen in den Füßen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, ich hätte mir auf beiden Seiten die Knöchel verstaucht. Und die Schmerzen haben sich auch insgesamt verändert. 
Zwischendurch war es wie ein sehr starker Muskelkater in den Unterschenkeln und Unterarmen. Mittlerweile ist nur noch der typische dumpfe Schmerz geblieben, der bleibt, wenn die blauen Flecken so langsam verschwinden und nur die Verhärtungen bleiben. Übrigens sind zurzeit tatsächlich noch alle Regionen sehr verhärtet. Nur die Unterarme sind meistens morgens etwas weicher für einige Zeit.

Mit meiner Kompressionsbestrumpfung hatte ich nach dieser Liposuktion übrigens kaum Probleme. Ich hatte keine wunden Stellen, nur hin und wieder etwas gereizte Haut an den Stellen, wo sich schnell Falten bilden.
Wie immer gibt es ganz unten einige Vorher-Nachher-Fotos.

Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr wie immer hier oder bei Facebook kommentieren oder mir eine E-Mail schicken.

Bis bald,
eure Nadine


Fotos der Beine

(zum Vergrößern draufklicken)
vor den Liposuktionen vor der 6. OP 5 Tage nach OP 8 Tage nach OP 12 Tage nach OP



Fotos der Arme

(zum Vergrößern draufklicken)


Datum/
Zeit nach OP
vorn hinten
14.09.2018
(vor OP)


03.11.2019
(vor 3. 
Arm-OP)




13.11.2019
(5 Tage 
nach  
3. Arm-OP)




16.11.2019
(8 Tage 
nach  
3. Arm-OP)




20.11.2019
(12 Tage nach 3. Arm-OP)