Samstag, 3. August 2019

Fünfte Liposuktion: dritte Bein-Liposuktion - und Heilungsbericht #1


Hallo meine Lieben,

meine letzte Liposuktion ist jetzt einige Tage her und ich möchte euch nun davon und von meinen bisherigen Heilungsverlauf berichten.

Die Operation war am 23.07.2019 im DRK-Krankenhaus in Kassel und es wurden mit der WAL-Methode (Wasserstrahl) sechs Liter Fett abgesaugt. 
Dies war meine fünfte Liposuktion, aber die erste in diesem Krankenhaus. Warum ich mich für den Wechsel entschieden habe, könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen: Klinik- und Arztwechsel: keine leichte Entscheidung.

Für die OP-Vorbereitungen musste ich nur einen Tag früher anreisen. Das war sehr praktisch, da ich vorher nicht noch einmal extra nach Kassel fahren musste. Immerhin brauche ich pro Strecke um die zwei Stunden mit dem Auto.
Ich sollte gegen 14 Uhr im Krankenhaus sein und traf auch pünktlich ein. Nachdem ich meine Tasche auf Station abgestellt hatte, musste ich noch zur Patientenaufnahme, zum Vorgespräch und zum Anästhesisten. Nach etwa eineinhalb Stunden war alles erledigt und ich konnte mein Zimmer beziehen. Später kümmerte ich mich noch um TV und WLAN. Der Rest des Tages war dann relativ langweilig. Nach dem Abendessen beschloss ich deshalb noch einen kleinen Spaziergang zu machen und die Umgebung um das Krankenhausgelände zu erkunden. Das Wetter war schön und ich war am Ende sogar fast zwei Stunden unterwegs.

Am nächsten Morgen wurde ich recht früh geweckt und Herr Dr. Cetegen, mein neuer Lipödem-Chirurg, schaute auch kurz danach bei mir vorbei um mich anzuzeichnen. Er sagte, dass er meine Oberschenkel ringsherum und meinen Po absaugen würde, sich aber hauptsächlich auf die Rückseite und die Innenseite konzentrieren würde. Als ich ihn auf die beiden Krater auf meinen Pobacken ansprach, versprach er mir, diese auch mitzubehandeln.
Ich musste auch nicht lange auf die Abholung zur Operation warten: Das war gegen 8:30 Uhr. Wann es genau los ging, kann ich nicht mehr sagen, aber ich war zwischen 13:00 und 13:30 wieder auf meinem Zimmer. Im Aufwachraum hatte ich starke Schmerzen. Gott sei Dank wurde ich dort gut betreut und habe ich schnell etwas dagegen bekommen.

Später am Nachmittag schaute Herr Dr. Cetegen kurz in meinem Patientenzimmer vorbei und teilte mir mit, dass er circa sechs Liter Fett aus meinen Oberschenkeln und aus meinem Po entfernt hatte. Zu dem Zeitpunkt war ich noch sehr müde und ich döste immer wieder ein. Zum Abendessen ging es mir dann schon besser und danach durfte ich auch aufstehen.

Ich hatte dieses Mal weniger Nachwirkungen durch die Operation

Keine Übelkeit und kein hoher Blutdruck. Sauerstoff brauchte ich ebenfalls nur für eine kurze Zeit nach der Operation. Mein Blutdruck war sogar relativ niedrig, was dem Pflegepersonal etwas Sorgen bereitete, als ich nach dem Abendessen aufstehen durfte - und unbedingt auch wollte. Aber es ging mir recht gut. Schwindelig war mir auch nicht, nur etwas unwohl durch die Anstrengung. Insgesamt ging es mir besser, als nach den letzten Operationen. Woran genau das aber lag, kann ich nicht sagen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel ein anderes Narkosemittel, andere Schmerzmittel oder die andere Liposuktionsmethode.

Langsam färben sich meine Beine blau ...
Übrigens wurde ich nicht gewickelt und auch nicht direkt nach der Operation in ein OP-Mieder gesteckt. In DRK-Krankenhaus bleibt man bis zum nächsten Tag "nackig", damit die Wundflüssigkeit in Ruhe ablaufen kann. Die Einstichstellen werden mit einem Stich und mit einem sich-selbst-auflösenden Faden zugenäht und mit einem Pflaster abgedeckt. Zum Fädenziehen muss ich also nicht! 
Am nächsten Tag und nach der Visite sollte ich dann meine Kompressionversorgung anziehen. Man kann dort auch ein OP-Mieder bekommen, aber der größere Druck der Kompression sei wohl besser. Da ich in der Nacht sehr geschwitzt hatte, beschloss ich aber, dass ich zuvor noch Duschen wollte. Das darf man hier schon ab dem ersten Tag post-Op (allerdings ohne Duschgel an den operierten Stellen zu benutzen). Bei der aktuellen Hitzeperiode fand ich das natürlich mehr als super!
Beim Anziehen meiner Kompressionsversorgung klappten die Kniestrümpfe noch ganz gut. In die Capri-Hose zu kommen war dafür ziemlich schmerzhaft und auch zeitintensiver als sonst. Ich schaffte es zwar ohne Hilfe, aber es kostete mir einige Nerven und bescherte mir ein paar Schweißausbrüche. Ich war mehr als froh, als ich dann endlich drin war! Und noch froher war ich darüber, dass ich meine Hosen seit längerem schon "unten offen" anfertigen lasse. So brauche ich sie beim Pullern gehen nämlich nicht immer runter- und wieder hochzuziehen. Das ist nämlich jedes Mal äußerst schmerzhaft - vor allem an den ersten Tagen nach der Liposuktion.

Da es mir gut ging, durfte ich einen Tag später das Krankenhaus verlassen. Ich bekam ein Rezept für Thrombose-Spritzen mit und sollte in circa sechs Wochen zur Nachkontrolle vorbeikommen.

Jetzt komme ich zu dem, was nicht super war. Ohje, wie sich das anhört!^^

Was mich nach dieser Liposuktion am meisten nervte, waren 
  • die Hitze,
  • meine hartnäckigen wunden Stellen,
  • meine extrem empfindlichen Innenschenkel sowie
  • mein empfindlicher Po und der untere Rücken.
Die ersten zwei Dinge hängen dabei bestimmt zusammen. Ich laufe mir ja eh hin und wieder den Wolf zwischen den Oberschenkeln (ganz oben) oder habe wunde Stellen an den Leisten und auch manchmal im Intimbereich. Wenn ich viel schwitze, passiert das schneller. Durch die sommerlichen Temperaturen scheine ich deshalb im Moment wohl eine dauerhafte Bekanntschaft mit dem Wolf zu haben: Seit dem dritten Tag post-OP bin ich an mehreren Stellen wund. Ich versuche das ganze mit Wundsalbe und Abpolsterung der Kompressionsbestrumpfung an den betroffenen Stellen im Zaum zu halten, aber im Moment habe ich immer noch Probleme damit. Das heißt, es brennt, juckt und schmerzt fast die ganze Zeit und geht mir damit sehr auf die Nerven. Dadurch laufe ich auch äußerst ungern und bewege mich damit weniger, als ich es sonst tun würde.

Was außerdem hinzu kommt, ist ebenfalls eine schmerzhafte Angelegenheit: Dieses Mal sind meine Beine an den Innenseiten wirklich sehr blau und geschwollen und damit genauso empfindlich. Ich kann meine Oberschenkel immer noch nicht zusammenmachen und laufe deshalb wie ein Pinguin. Das sieht wirklich lustig aus, aber für mich ist es einfach nur unangenehm und schmerzhaft.


Nicht viel besser ist es mit meinem Po und dem unteren Rücken. Auch hier war ich sehr empfindlich, aber das ist nach circa einer Woche schon besser geworden. Besonders schlimm waren in den ersten Tagen die Toilettengänge, weil Klobrillen bekanntlich eher hart sind. Dafür habe ich mir dann eine gepolsterte Auflage für die Klobrille bestellt, die mir das Ganze ungemein erleichterte. Ich kann sie wirklich wärmsten Herzens empfehlen!
Zu kaufen gibt es die im Internet für knapp 20 € unter folgendem Link: NRS Toilettensitzerhöhung, weich, gepolstert, 50 mm

Seit dem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, trage ich meist tagsüber meine Flachstrick-Kompressionsversorgung und nachts mein altes OP-Mieder. Da ich dieses Mal so geschwollen bin, passt es im Moment sehr gut und ich schlafe damit auch besser. Ich glaube, das liegt daran, dass das Material vom Mieder ganz glatt ist und man sich damit einfacher umlagern und umdrehen kann, als mit der Flachstrick-Kompression. Man wacht also auch seltener von Schmerzen auf, wenn man sich unbewusst umdreht.
Schmerzmittel brauchte ich wieder circa eine Woche lang. Im Moment nehme ich ab und zu noch eine Tablette bei Bedarf, aber nicht mehr täglich.
Mittlerweile geht auch das Laufen besser und ich bin auch schon eine kurze Strecke Auto gefahren.
Also insgesamt wird es, aber es dauert eben. Eine Liposuktion ist nun wirklich kein Spaziergang!

Bestimmt seid ihr auch gespannt, wie meine Beine jetzt aussehen. 

Natürlich will ich euch das nicht vorenthalten und zeige euch nun hier ein paar vorher-nachher Fotos: (zum Vergrößern draufklicken)

vor den Liposuktionen vor der 3. Bein-OP 5 Tage nach 3.OP 10 Tage nach 3.OP


... und hier noch ein paar vorher-nachher Fotos von meinem Po und der Entwicklung meiner "Krater". 
Ich finde das Ergebnis jetzt schon ziemlich gut! 
Ich hatte mich deshalb ja so geschämt!

vor 3. Bein-OP
1 Tag danach
5 Tage danach
10 Tage danach


Wie immer könnt ihr mich bei Fragen gern anschreiben.

Liebe Grüße und bis bald,
eure Nadine

Samstag, 6. Juli 2019

Klinik- und Arztwechsel: keine leichte Entscheidung


Welchen Weg nehmen? Keine leichte Entscheidung!

Hallo meine Lieben,

Ich hatte ja im letzten Beitrag versprochen, dass ich euch noch ausführlicher darüber berichten werde, warum und wie ich zu der Entscheidung gekommen bin, meine restlichen Liposuktionen woanders durchführen zu lassen.
Vielleicht habt ihr noch in Erinnerung, dass Herr Dr. Engel, mein Wunsch-Chirurg für die Lipödem-Operationen, das Klinikum in Kassel Ende 2018 verlassen hat? Er hat die ersten zwei Liposuktionen bei mir durchgeführt. Sein Nachfolger und Kollege Herr Dr. Evertz operierte mich dann weiter. Auch er machte zwei Liposuktionen bei mir. Im März 2019 verließ er ebenfalls das Klinikum. 

Seitdem begann meine Unzufriedenheit zu wachsen. 

Mir gefiel die Vorstellung überhaupt nicht, dass mich noch ein weiterer Chirurg operieren würde. Wieviele verschiedene Chirurgen würden es noch werden?  Es hatte mir schon nicht gepasst, dass ich nicht weiter von Dr. Engel operiert werden konnte. Ich fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes „herumgereicht“.


Was außerdem noch hinzu kam, waren die Komplikationen durch die Liposuktionen:

Ich habe am linken Oberarm Hauteinzüge bzw. Verwachsungen, 
die immernoch schmerzhaft sind...




... und mein Po hat auf jeder Seite jeweils einen großen, merkwürdige "Krater".
(rechts mehr als links)

 
Die Verwachsungen am Oberarm wurden zwar bei der letzten Arm-Liposuktionen schon behandelt, allerdings bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden und ich habe immer noch mit Schmerzen und Missempfindungen an den Stellen zu tun. Ich hatte Sorgen und viele Fragen zu diesen Komplikationen, aber diese wurden nur knapp beantwortet. Bei den Terminen im Klinikum fühlte ich mich nicht mehr gut beraten.
Auf der anderen Seite fühlte ich mich bei den Stationsaufenthalten wirklich sehr gut aufgehoben. Vor und besonders nach den Operationen wurde ich immer gut betreut und versorgt. Ausnahmslos alle Schwestern und Pfleger waren freundlich und bemüht und auch beim Essen hatte ich kaum etwas zu beanstanden.

Das schlechte Gefühl blieb aber und weil ich wegen einer wichtigen Untersuchung zu der im vorherigen Beitrag erwähnten Verdachtsdiagnose meine nächste geplante Liposuktion im April sowieso absagen musste, beschloss ich zu handeln. 

Ich wollte mir zu den Komplikationen mindestens eine Zweitmeinung holen und eventuell auch den Wechsel in ein anderes Vertragskrankenhaus in Betracht ziehen.

Zu dieser Zeit fand ich durch einen glücklichen Zufall heraus, wo mein Wunsch-Arzt Dr. Engel hingegangen war: nach Heidelberg in die Ethianum Klinik.


Ich traf die Entscheidung - trotz der weiten Entfernung (ca. 430 km) - einen Beratungstermin bei ihm wahrzunehmen. Anfang April war es dann soweit.  Dr. Engel erkannte mich sofort wieder und ich wurde von ihm sehr herzlich empfangen. Ich zeigte ihm meine Arme und Beine und erzählte von meinen Problemen und Sorgen. Dr. Engel schaute sich alles genau an. Bei meinen Armen stellte er fest, dass an den Unterarmen nicht ausreichend abgesaugt wurde und auch an den Oberarmen noch an mehreren Stellen Korrekturen notwendig wären. Auch die Stelle mit den Verwachsungen schaute er sich genau an und erklärte mir, wie er diese korrigieren würde.
Dann schaute er sich meine Beine an. Als Erstes stellte er fest, dass meine Oberschenkel an zwei Stellen wohl wieder an Umfang zugenommen hatten. Er zeigte mir die beiden Stellen, die bereits von ihm abgesaugt wurden und an denen nach seiner Erinnerung eigentlich schon deutlich weniger Lipödem-Fett übriggeblieben sein müsste. Dann fragte er mich, ob ich irgendetwas bemerkt hätte. Genau an diesen Stellen hatte ich zu diesem Zeitpunkt seit circa drei bis vier Wochen wieder vermehrt Lipödem-Schmerzen. Also war es wohl ein weiterer Lipödem-Schub, wie wir beide leider feststellen mussten. Das sollte mir später noch viel zu Denken geben und mir Phasen zwischen Wut und Ohnmacht bescheren. Es ist schon deprimierend, wenn an bereits operierten Stellen das Lipödem wieder wuchert!
Die Krater in meinem Po fand er genauso eigenartig, wie ich auch und dass ich damit so unglücklich bin, verstand er gut. Auf die Frage, ob man das noch in Ordnung bringen könnte, antwortete er, dass das natürlich ginge. Dr. Engel erklärte mir dann, in welcher Reihenfolge er was und wie operieren würde. Allerdings sagte er auch, dass er meinen Po erst zu allerletzt machen würde, um ihn meinen "neuen" Beinen anzugleichen. Die Vorstellung, noch so lange mit diesem Krater-Popo herumzulaufen, gefiel mit zwar nicht, aber die Logik dahinter konnte ich gut nachvollziehen.

Nachdem Herr Dr. Engel Alles gesehen und erklärt hatte, sprachen wir noch kurz über ein paar organisatorische Dinge, falls ich mich dazu entscheiden sollte, mich dort in Heidelberg operieren zu lassen. Danach verabschiedeten wir uns und ich konnte mit etwas leichteren Herzen nach Hause fahren. 
Ich konnte mir zwar nicht vorstellen für weitere vier Liposuktionen inklusive aller Vor- und Nachsorgetermine nach Heidelberg zu fahren, aber eventuell würde ich die letzte Operation, bei der noch einmal notwendige Korrekturen gemacht werden sollten, dort bei Dr. Engel durchführen zu lassen.

Heidelberg ist weit! Was nun? 

Weil die Entfernung nach Heidelberg doch sehr groß ist, schaute ich mich noch nach anderen, alternativen Ärzten in einem Umkreis von 200 Kilometern um. Nach ein paar Tagen Recherchearbeit musste ich feststellen, dass die meisten guten Lipödem-Chirurgen leider doch nur Selbstzahler operieren. Ich hatte aber gehört, dass es in Kassel noch einen anderen guten Lipödem-Chirurgen geben sollte: Herr Dr. Cetegen im DRK Krankenhaus. 


Relativ schnell fiel die Entscheidung, mir bei ihm einen Beratungstermin zu holen. Dieser war Anfang Mai. 
Dr. Cetegen lernte ich als freundlichen und sehr bemühten Arzt kennen. Zu Beginn sprachen wir über meinen Ausgangsbefund und die bisher erfolgten Liposuktionen. Dann zeigte ich ihm meine Arme und Beine. Er war der erste Arzt, der mir ausführlich erklärte, wie diese Hauteinzüge bzw. Verwachsungen an meinem linken Oberarm entstehen konnten. Alles kann ich nicht mehr wiedergeben, aber hier nun die Erklärung dazu:

Während einer Liposuktion werden mit der Kanüle die zwischen den Hautschichten liegenden Fettzellen entfernt und abgesaugt. Dadurch werden die angrenzenden Hautschichten voneinander getrennt und große Wundfläche entstehen. Die Hautschichten liegen nach der Liposuktion lose übereinander. Wenn diese Flächen nicht gerade zusammenwachsen und verheilen, entstehen Hauteinzüge bzw. Verwachsungen. Es sind sozusagen dicke, falsch bzw. schlecht verheilte Narbenflächen.
Oft sind diese Stellen auch noch längere Zeit verhärtet und geschwollen. Durch Lymphen und Hochlagern der betroffenen Extremität und Massieren der Verhärtungen kann man die Heilung und das Abschwellen begünstigen. Man kann durch spezielle Bindegewebsmassage auch versuchen, die Hautschichten nachträglich wieder voneinander zu trennen. Das ist allerdings ziemlich schmerzhaft und sollte nur von einem fähigen Physiotherapeuten gemacht werden.


Schon vor dem Termin bei Dr. Cetegen hatte ich mich selbst hin und wieder leicht an den Verhärtungen massiert um den Lymphfluss dort zu fördern. Bei meiner nächsten manuellen Lymphdrainage bat ich dann meine Physiotherapeutin darum, meinen Arm extra zu behandeln. Die Bindegewebsmassage ist wirklich unangenehm und besonders am Anfang schmerzhaft, aber meine Schwellungen sind mittlerweile ganz und die Verhärtungen fast verschwunden. Die Hautschichten konnte meine Physiotherapeutin allerdings nicht mehr voneinander trennen. Dafür war es wahrscheinlich schon zu spät. Leider habe ich bisher immer noch Schmerzen und Missempfindungen an der Stelle und optisch ist sie für mich eine Katastrophe. Im Nachhinein denke ich, dass auch die nicht optimale Versorgung mit dem Arm-Mieder zu diesen Verwachsungen geführt haben könnte. Es war nämlich schnell zu weit und schlug Falten. Wahrscheinlich werde ich aber nie genau wissen, wie und warum das bei mir passiert ist.

Noch einmal zurück zum Beratungstermin mit  Dr. Cetegen: Während des Termins erläuterte er mir, wie und in welcher Reihenfolge er bei den Liposuktionen vorgehen würde und erklärte mir einige organisatorische Dinge. Auch er veranschlagte weitere vier Liposuktionen bei mir. Als er erwähnte, dass alle Patienten in diesem Krankenhaus gleich behandelt werden würden - egal ob Kassen- oder Privatpatient, fand ich das besonders gut!
Dr. Cetegen informierte mich ebenfalls über die wahrscheinlich notwendigen Straffungs-Operationen und versprach mir, dass er mir bei der Beantragung bei der Krankenkasse helfen würde. Das fand ich wirklich toll!
Erst einmal für die Arme: Er würde mir dafür neben dem klassischen Arztbrief auch ein Schreiben mit der Empfehlung einer Arm-Straffung beilegen, die ich dann für den Antrag nutzen könnte. Den Antrag werde ich demnächst stellen und halte euch natürlich wieder auf dem Laufenden.
Zum Schluss wurden Fotos gemacht. Dr. Cetegen verabschiedete sich danach und ich durfte meine Kompression noch ganz in Ruhe im Behandlungszimmer wieder anziehen.

Als ich später auf dem Heimweg war, stellte ich fest, dass ich doch sehr positiv überrascht über diesen Termin war. Ich ließ mir noch ein wenig Bedenkzeit und entschied mich dann für den Wechsel ins DRK-Krankenhaus
zum Dr. Cetegen. Man sagte mir zwar, dass eine gewisse Wartezeit für die Operationen bestehe, aber als es dann bei der Terminvergabe doch nur acht Wochen waren, war ich ein weiteres Mal positiv überrascht. Die nächste Liposuktion ist nun für Ende Juli geplant. Wahrscheinlich werden die Oberschenkel gemacht. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es wird!

Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir gern eine Mail oder eine Nachricht über Facebook!

Liebe Grüße,
eure Nadine


Quelle Titelbild: "Gabelung" von Ivi, Some rights reserved, https://piqs.de/fotos/29382.html 
Quellen der restlichen Bilder: privat / eigene

Montag, 3. Juni 2019

Aus der Versenkung... ich bin wieder da!



Hallo meine Lieben,

habt ihr mich denn schon vermisst?

Ich weiß, dass ich mich in den letzten Monaten ziemlich rar gemacht habe. Das möchte ich euch in diesem Beitrag gerne erklären und euch mitteilen, dass ich wieder da bin!

Meine Abwesenheit lag hauptsächlich an zweierlei Dingen:

Erstens stand bei mir leider die Diagnose einer (weiteren) schlimmen Krankheit im Raum
und
Zweitens musste ich mich um meine zukünftigen Liposuktionen kümmern.

Nun etwas ausführlicher:

Im Sommer 2018 bekam ich eine Verdachtsdiagnose gestellt, die mich komplett aus der Bahn warf. Ehrlich gesagt möchte ich hier gar nicht so genau schreiben, wobei es sich darum handelte. Aber ich möchte noch dazu sagen, dass ich in dieser Zeit wirklich Angst hatte. Angst um meine Zukunft. Teilweise Angst um mein Leben. Mich um meinen Blog zu kümmern, stand da relativ weit hinten auf meiner Prioritätenliste.
Nach einer letzten Untersuchung und deren Auswertung habe ich vor ein paar Tagen nun endlich die Entwarnung von meinem Facharzt bekommen und bin sehr erleichtert. 

Der zweite Grund war die Planung meiner kommenden Lipödem-Operationen.
Vielleicht wisst ihr noch, dass der Lipödem-Chirurg meiner Wahl, Herr Dr. Engel, das Klinikum Kassel Ende 2018 verlassen hat? Nachdem im März 2019 auch sein Kollege Herr Dr. Evertz dem Klinikum den Rücken kehrte, fing meine Unzufriedenheit an zu wachsen: die Aussicht, mich von einem weiteren Chirurgen operieren zu lassen, störte mich. Ich fühlte mich „herumgereicht“. Aus diesem schlechten Gefühl heraus und weil ich eine Zweitmeinung zu meinen Komplikationen (Verwachsungen) wollte, entschied ich mich dazu, mich nach Alternativen umzuschauen. Vor etwa einer Woche beschloss ich endgültig, das Krankenhaus inklusive des Chirurgen zu wechseln und holte mir den nächsten Liposuktions-Termin. Diese wird im Juli sein.

Wie genau mein Entscheidungsprozess verlief und was ich alles dafür getan habe, werde ich euch demnächst in einem ausführlicheren Beitrag berichten.

Bis ganz bald,
eure Nadine