Donnerstag, 26. Januar 2017

Der Pilgerausweis ist da!

Mein Pilgerausweis ist heute angekommen!


Es ist der "richtige" CREDENCIAL DE PEREFRINO für den Jakobsweg nach Santiago, den ich mir Anfang der Woche von der Fränkischen St. Jakobus-Gesellschaft Würzburg e.V. bestellt habe. 
Zum Pilgerausweis habe ich noch eine Menge Beigaben bekommen, wie man unten auf dem Foto schön sieht.

Im Briefumschlag waren: Die aktuelle Zeitschrift des Vereins "unterwegs", zwei kleine Broschüren zum Mitnehmen mit Texten, Empfehlungen und Tipps wie z.B. eine Packliste, Infos über die Geschichte des Jakobsweges und eine Liste mit Herbergen sowie zwei Postkarten, über die ich mich ehrlichgesagt am meisten gefreut habe!


Ich gebe zu:
Vor einem Jahr hätte ich nie gedacht,
dass es doch mal so weit mit meinem Wunsch 
nach einer Pilgerreise kommen würde...
Aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben!
Habe vorhin ein bisschen geweint, 

als mir das klar wurde...

Herzliche Grüße von einer sehr gerührten

Nadine

Mittwoch, 18. Januar 2017

Flug gebucht!

Ich habs getan! 
Ich hab meinen Flug nach Madrid für meine Pilgerreise auf dem Jakobsweg gebucht!
Anfang März geht es los!
Von Madrid werde ich dann mit dem Bus nach Ponferrada fahren.

Bin schon sooooooooo aufgeregt^^

Samstag, 14. Januar 2017

Neue Schuhe

Nachdem die Schuhe von ASICS meinen Füßen so gar nicht gut getan haben, bin ich im Dezember eine Zeit lang durch die Läden in meiner Umgebung gezogen und habe gefühlt 100 verschiedene Paar Schuhe anprobiert^^

Währenddessen habe ich auch weiter recherchiert, was es so für Dämpfungssysteme gibt und deshalb die verschiedensten Marken angehabt und getestet.

Am Ende fiel meine Wahl auf ein Paar Salomon Wanderschuh mit dem schönen Namen "ESCAMBIA LOW GTX". 
Sie sind nicht zu schwer, haben eine dämpfende und abfedernde Ortholite Einlegesohle und sind atmungsaktiv. Außerdem haben sie Gore-Tex - sind also wasserdicht - was mir bei den unklaren Witterungsbedingungen im spanischen Frühling sehr wichtig war. Die Außensohle mit Contagrip soll für Trittsicherheit sorgen.
Ich trage die Schuhe gerade so gut wie immer draußen und kann bisher nichts Negatives berichten.  



Das einzige, was für mich schade ist: Die Schuhe sind zum Teil aus echtem Leder. Als Vegetarierin versuche ich eigentlich auf Lederprodukte zu verzichten. Dummerweise habe ich erst nach ein paar Tagen herausgefunden, dass der Lederanteil kein Kunst-, sondern Echtleder ist :-(

Ein ähnliches Problem habe ich beim Thema Fußpflege:
Ich versuche momentan noch herauszufinden, was ich (außer die Schuhe gut einzulaufen) noch tun kann um Blasen zu verhindern. Oft wird dazu Hirschtalgcreme empfohlen, aber die würde ich als Vegetarierin auch ungern benutzen...
Ein paar Tipps habe ich schon bekommen. Allerdings sind alle Produkte ziemlich teuer :-(
Ich frage mich, ob ich ein pflanzliches Fett finden könnte, das ähnliche Eigenschaften wie Hirschtalg hat?

Freitag, 13. Januar 2017

Das Phönix-Projekt

Das Phönix-Projekt 

Eine Bewegung für mehr Selbstbewusstsein


Ich habe mich schon vor ein paar Tagen dazu entschlossen, bei dem Phönix-Projekt der Seite Lipoedemmode.de teilzunehmen.
Gerade bin ich dabei, mir zu überlegen, was genau ich dazu machen werde.
Ihr dürft also gespannt sein!

 



Mittwoch, 11. Januar 2017

Ein paar Antworten

Auf der Seite "Planung" könnt ihr ja immer lesen, welche Dinge mir zu meiner Pilgerreise so durch den Kopf gehen. 

Hier kommen die Fragen, zu denen es Neuigkeiten gibt:


Welchen Weg will ich gehen?
Für mich steht nur fest, dass ich ca. 200 bis 250km laufen will. Denkbar wäre der Startpunkt beim portugiesischen Jakobsweg ab Porto oder beim Camino France irgendwo hinter Leon, vielleicht ab Ponferrada. Das muss ich aber noch klären :-)
Weg von Ponferrada (rechts) nach Santiago d.C. (links)
Update Anfang Januar 2017: Ich habe beschlossen, wahrscheinlich von Ponferrada loszulaufen. Nach meiner Recherche sind das um die 210 km. Von Leon waren es mir mit rund 300 km zu viel. Dass ich von Ponferrada starte, wird sich höchstens noch ändern, wenn ich Probleme bei der Anreise bekomme. Aber das glaube ich nicht, weil Spanien mit „ALSA“ ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsmittelnetz hat.

Wie soll ich mit der Kälte meiner Beine und Arme klarkommen? Wie werde ich abends in den Herbergen warm?
Ich bin am überlegen, ob ich mein kleines Heizkissen mitnehmen soll, das mit 360g nicht allzu schwer ist. Leider wäre da immer noch die Frage, ob ich immer Strom haben werde?
Zusätzlich könnte ich eine Wärmflasche mitnehmen; nur leider wiegen die so zwischen 400 und 500g und sind damit auch kein Leichtgewicht.
Deshalb experimentiere ich gerade mit flexiblen Wasserbehältern mit Schraubverschluss, die ich mit heißem Wasser fülle und ähnlich wie Wärmflaschen benutze.
Eine andere Möglichkeit wären noch diese Gelkissen, die man mit dem Knicken eines Metallplättchens aktiviert und die dann durch eine chemische Reaktion eine Zeit lang Wärme spenden. Von diesen Kissen besitze ich zwei Große. Aber leider sind die mit nicht ganz 1kg auch wieder recht schwer.

Welche Medikamente brauche ich auf der Reise? Muss ich evtl. einen Nachweis dabeihaben, falls es Probleme beim Zoll oder so gibt?
Ich habe mit meiner Hausärztin besprochen, dass sie mir eine Liste mit meinen Medikamenten ausfüllt und unterschreibt. Im Internet bin ich dazu auch recht schnell fündig geworden: Auf der Homepage des ADAC gibt es so eine vorgefertigte Liste, auf der alles in vier Sprachen geschrieben ist – darunter auch in Spanisch.

Wie bekomme ich meinen Pilgerwagen transportiert? Werde ich Probleme mit der Fluggesellschaft bekommen wegen Größe und Gewicht?
Das wird wahrscheinlich unproblematisch. Je nach Fluggesellschaft habe ich zwischen 15 und 23 Kilogramm für aufgegebenes Gepäck zur Verfügung und zusätzlich noch das Handgepäck. Ich muss nur bei der Flugbuchung darauf achten und entsprechend packen. Pilgerwagen und Rucksack werde ich dazu zusammenpacken und muss das „Paket“ dann noch mit Folie oder Gepäckgurten sichern.

Kann ich unterwegs Lymphdrainage bekommen? (Wenn ja, wie?)
Das war eine Frage, die mich wirklich sehr beschäftigt hat. Mit meiner Recherche im Internet bin ich dazu tatsächlich nicht weitergekommen. Deshalb habe ich versucht, das über ein paar Facebookgruppen und ein paar meiner Freunde herauszufinden, die schon mal in Spanien waren oder jemanden kennen, der das wissen könnte. Nach einer Weile habe ich dadurch erfahren, dass Lymphdrainagen mit ca. 10 € in Spanien relativ günstig sind und ich in den Herbergen nachfragen soll, wo ich welche bekommen kann.
Insgeheim hoffe ich aber immer noch, dass ich vielleicht gar keine Lymphdrainagen brauchen werde. Durch das Laufen wird ja die Venenpumpe in den Beinen aktiviert, wodurch auch der Lymphfluss angeregt werden kann. Vielleicht habe ich ja Glück und das reicht mir aus?
Sollte ich geschwollene Arme und/oder Beine bekommen, muss ich natürlich zur Lymphdrainage. Meine Kompressionsbestrumpfung werde ich jedenfalls brav während meiner Wanderungen tragen.

Kann ich meine Sachen - und vor allem besonders wichtig - meine Kompressionsbestrumpfung regelmäßig waschen?
Ich will eine kleine Flasche Flüssigwaschmittel für die Handwäsche mitnehmen. Super wäre auch die kleine „Reisewaschmaschine“ (ok, eigentlich keine Maschine^^) namens Scrubba Wash Bag. Mit der liebäugele ich gerade sehr, aber mich schreckt noch der Preis ab... Hier könnt ihr mal schauen, was das ist und wie es funktioniert: Hier klicken.

Werde ich genug Strom für Handy und Tablet haben? Was ist mit Internet? (Will ja auch meinen Blog weiterführen)
Bei meiner Recherche habe ich immer wieder gelesen, dass es in den Herbergen so gut wie immer Strom und oft auch WLAN gibt. Ich werde wahrscheinlich einen Mehrfachstecker mitnehmen und zur Überbrückung von Stromknappheit vorsichtshalber auch eine Powerbank einstecken.

Ich brauche neue Schuhe mit guter Sohle und Dämpfungssystem. Was für welche werden es wohl?
Kurz vor Weihnachten habe ich mir ein Paar Salomon Wanderschuhe gekauft. Den Blogbeitrag dazu trage ich in den nächsten Tagen noch nach.

Neue Fragen:

  • Was soll alles auf meine Packliste?
  • Nehme ich meinen Schlafsack mit und brauche ich dazu noch ein Schlafsack-Inlet? 
  • Plane ich Proviant ein? Wenn ja, was? 

Sonntag, 1. Januar 2017

Erster Spaziergang mit Rucksackwagen

Ich bin gerade über die Feiertage bei meinen Eltern zu Besuch. 
Und in der Hoffnung, an einen Tag mal eine kleine Probetour machen zu können, 
nahm ich einfach meinen Pilgerwagen und meinen Rucksack mit.

Meine Eltern wohnen ja sehr idyllisch 
in Bernburg:
 direkt an der Saale (Fluss) 
und "unterm" Schloss. 
Da kann man wirklich schöne Spaziergänge machen und in der Nähe gibt es auch ein Naherholungsgebiet. 


Hier nun mein kleiner Bericht:
Als ich meinen Pilgerwagen zusammenbaute, überlegte ich, wie ich den Rucksack am besten präparieren könnte. Schließlich sollte er ja ausgefüllt und auch ein bisschen schwer sein. Deshalb packte ich ein paar Wasserflaschen ein und stopfte den Rest vom Volumen mit Kissen und Decken aus. Danach musste ich den Rucksack nur noch auf den Wagen schnallen. Um gut aus der Haustür heraus- und die kleine Treppe herunter zu kommen, nahm ich den Wagen erst einmal wie eine Schubkarre. Man kann ja den Wagen mit dem mitgelieferten Gurt ziehen oder an den Griffen ziehen oder schieben.
Gute Aussichten!  :-)


Die kleine Tour führte einfach nur ein paar hundert Meter an der Saale entlang, vorbei an der Fähranlegestelle und noch ein Stück weiter.
Im Hintergrund seht ihr das Bernburger Schloss und links das Saaleufer.
Dabei probierte ich die unterschiedlichsten Untergründe aus: 
Von Waldweg, Kopfsteinpflaster, Asphalt, Schotter und Wiese war alles dabei. 

Auch ein bisschen hoch und runter habe ich ausprobiert, aber das werde ich noch ausführlicher testen müssen, da es am Ende schnell dunkel wurde.


Resümee:

Bisher bin ich sehr positiv überrascht über den Pilgerwagen von Wandamigo.de.
Er lässt sich leicht ziehen und schieben und auch das Kurvenfahren war für mich nach kurzer Übung kein Problem mehr. 

Ich denke, er wird mir ein guter Begleiter beim Wandern sein!

Liebe Grüße, 
eure Nadine

Samstag, 31. Dezember 2016

Frohes Neues!

 Ich hab eben einen Glückskeks ausgepackt.  

Na, wenn das kein Zeichen ist??? :-)


Ja und habt ihr schon gute Vorsätze für das nächste Jahr?

Oder gehört ihr eher zu den Persönlichkeiten, die nichts von so etwas halten? ;-)


Ich habe mir nicht viel vorgenommen... 
Eigentlich nur, dass ich mehr für mich selbst tun will.
Meinen eigenen Weg finden ❤ 

Jedenfalls wünsche ich euch allen einen guten Rutsch in Jahr 2017!
Lasst es krachen oder macht euch einen ruhigen Abend. 
So, wie ihr es euch eben vorstellt :-D
ALLES LIEBE!

Eure Nadine

Dienstag, 27. Dezember 2016

Weihnachtsgeschenke :-)

Und?

Was habt ihr schönes bekommen?

Meine Ausbeute war jetzt nicht sooooo groß, aber dafür sehr erfreulich!


Neben zwei Gutscheinen hatte ich mir einen Jakobsweg-Kalender gewünscht
und auch bekommen! Er ist von
Jakobsweg.de und gefällt mir richtig gut!

Außerdem eine Menge Schoki-Geld und ein paar echte Kröten,
die natürlich direkt in meine Reisekasse gewandert sind ;-)


Was mich aber am meisten erfreut und vor allem überrascht hat, war der Gewinn bei einem Adventskalender, an dem ich teilgenommen - und es tatsächlich schon wieder vergessen hatte^^
Dafür war die Freude natürlich besonders groß!
Ich habe einen Online-Kurs zum Thema Selbstliebe bei der lieben Eva Nitschinger gewonnen! 
Wie passend! Ich bin sehr gespannt und hab geheult vor Glück.
(Normalerweise gewinne ich nämlich nicht^^)
 Ich hoffe, ihr hatte auch ein paar schöne Geschenke unterm Baum
und konntet die Feiertage genießen! 

Liebe Grüße, 
eure Nadine


Samstag, 24. Dezember 2016

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen meinen Besuchern ein schönes Fest 

und ein paar besinnliche Tage!

 

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Das leidige Thema Schuhe...

Oh Mann... Schuhe!!!

Ich hasse es, Klamotten zu kaufen. Aber Schuhe sind auch immer so eine Sache...Wegen meiner kaputten Knie trage ich seit Jahren fast nur Schuhe, die ein Dämpfungssystem haben. Auf die Idee hat mich damals mein bester Freund gebracht. Dank seinem Rat halten sich meine Schmerzen und Probleme mit der Knie auch in Grenzen. Gott sei Dank! 
Aber meistens nach so circa 1,5 Jahren fast täglichen Tragens muss ein neues Paar her. Und sie sollten natürlich gleich zum Wandern geeignet sein.


Bisher habe ich immer REEBOK oder ADIDAS getragen - mit verschiedensten Dämpfungs-systemen (Gel- oder Luftpolster, EVA-Sohle). Ende Oktober habe ich mich von einem Verkäufer beraten lassen und die Wahl ist dieses Mal auf ein Paar ASICS Sonoma 2 mit Gel-Polster gefallen.


Diese Geländelaufschuhe waren am Anfang auch bequem. Nach einer Weile habe ich aber festgestellt, dass mir nach spätestens einem halben Tag die Füße sehr doll weh tun :-( Die Wanderung von Machern war auch wirklich nicht so prickelnd mit diesen Schuhen. 
Wahrscheinlich passen meine Füße und das Dämpfungssystem nicht zueinander. Ich habe schon hin und wieder feststellen müssen, das Gel-Sohlen nicht das Beste für mich sind. Zugegebenermaßen kann es auch einfach sein, dass die Schuhe  nicht für mein (hohes) Gewicht ausgelegt sind. Das hatte ich bisher aber wirklich nur bei Schuhen mit Gel.Also muss jetzt ein neues Paar Schuhe her. Und es wird definitiv nicht wieder ASICS! Vielleicht Salomon oder halt wieder REEBOK oder ADIDAS...

Sonntag, 18. Dezember 2016

Eine Pilgerreise??? Hm... Warum eigentlich nicht?


Jahrelang hatte ich Angst, 

eine Pilgerreise überhaupt nur in Betracht zu ziehen...


"Ich bin zu krank.“
„Ich habe keine Kraft.“
„Ich habe kein Geld.“
„Ich brauche doch Lymphdrainage! Und das im Ausland?“
„Was mache ich, wenn …?"
(und dann Schwarzmalerei in allen möglichen Varianten)


All diese Fragen verunsicherten mich die letzten paar Jahre.

Doch der Jakobsweg zog mich insgeheim immer weiter.

Anfang 2016 fand ich durch Zufall heraus, dass es auch in Deutschland Jakobswege gibt und dass einer davon auch noch direkt in meiner unmittelbaren Umgebung verläuft: und zwar die „Via Regia“ bei Merseburg.

Nach kurzer Vorbereitungszeit lief ich mein erstes Stück am 30.04.2016.


Diese Wanderung war wohl das Ereignis, das bei mir den Stein ins Rollen brachte. Mein Wunsch nach einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela kam wieder zum Vorschein. Das, was bei mir in den letzten Jahren nur im Hintergrund gebrodelt hatte, brach sich nun mit Macht seinen Weg ins Licht. Meine Sehnsucht steigerte sich schnell ins unerträgliche… Und ich war am Anfang so verzweifelt…


Doch das Wandern tat mir gut. Ich fand beim Laufen meinen eigenen Rhythmus. Zugegeben: Ein ziemlich langsamer Rhythmus. Manchmal überholen mich ja sogar Omis^^.

Aber ich kann halt durch die Schmerzen und die schweren Beine nicht sonderlich schnell Gehen und das musste ich erst einmal akzeptieren.

Das Gefühl eines eigenen Rhythmus, die Zeit an der frischen Luft und die Ruhe um mich herum waren eine ganz neue Erfahrung für mich. Meine Sinne schärften sich. Ich fing an – und das gefühlt zum ersten Mal in meinem Leben – wirklich zu SCHAUEN und zu HÖREN. Dadurch begann ich auch, mich an kleinen Dingen zu erfreuen: an Vogelgezwitscher, an vorbeiziehende Wolken, an Lichtflecken, die die Sonne durch das Blätterdach auf den Waldboden malt, …

So zog es mich immer wieder auf die Wanderwege. Und hin und wieder fiel mein Blick auch mal wieder auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela.



Fast wie ferngesteuert fing ich irgendwann an, über meine Zweifel nachzudenken und beschäftigte mich mit den Problemen, die ich sah bzw. befürchtete. Und Ende November geschah dann etwas Eigenartiges: Ich fasste das erste Mal Mut und dachte darüber nach, ob das mit der Pilgerreise doch irgendwie gehen würde.



Dazu angeregt hat mich die Psychologin vom Studentenwerk, bei der ich 1x im Monat zur Beratung gehe. Wir sprachen über meine Sehnsucht nach dem Jakobsweg und meine Psychologin fragte mich, was das über meine Persönlichkeit aussagen könnte. Das Ergebnis geht ihr hier auf den Fotos.

Zum Vergrößern anklicken



Die nächsten Tage dachte ich viel darüber nach. Außerdem versuchte ich andere Leute mit gesundheitlichen Problemen oder Handicaps zu finden, die auch schon gepilgert sind: hauptsächlich um mir Mut zu machen und weil ich mir Unterstützung erhoffte. Dabei wurde mir der Kontakt zu Anne Chantal nahe gelegt, die schon mehrmals mit Rollstuhl gepilgert ist und auch gerne andere Pilger coacht. Ich war überwältigt von der Geschichte dieser Frau und glücklich, dass sie mit mir über Facebook kommunizierte. Sie bat mir ihre Hilfe an und fragte mich, was ich brauchen würde. Ich erzählte ihr von meiner Krankheit und meinen Problemen und sie versprach, für mich herauszufinden, wie das mit der Lymphdrainage in Spanien ist.



In der Zwischenzeit dachte ich weiter über meine Befürchtungen nach. Bis mir – recht unverhofft – die Erkenntnis kam, dass diese zum größten Teil nichtig waren:



  • Dass ich so langsam war: Na und? Wer würde mich dazu zwingen, schneller zu laufen? Niemand!
  • Dass ich keine 20, 30 oder mehr Kilometer pro Tag schaffte: Na und? Wer würde mich dazu zwingen, weiter laufen zu müssen? Niemand! Und ich schaffte ja immerhin um die 12 km pro Tag oder sogar etwas mehr, ohne dass ich den nächsten Tag zu geschafft war um weiterzumachen.
  • Dass ich kein Spanisch kann: Naja, mittlerweile konnte ich ein bisschen Spanisch und wollte auch noch weiter lernen. Außerdem fand ich heraus, dass man mit Englisch ebenso gut klar kommen soll. Also, warum Angst haben?
  • Dass ich kein Geld hab: Zurzeit, ja. Aber ich könnte noch sparen, hatte meine Sammelaktion bei leetchi.com und würde zur Not auch einen kleinen Kredit aufnehmen. Meine Sehnsucht war mittlerweile so groß, dass das Geld keine schwerwiegende Rolle mehr spielte.
  • Dass ich Bedenken wegen der Jahreszeit hatte: Da legte man mir auf Nachfrage nahe, erst ab März zu gehen, weil die meisten Pilgerherbergen erst im März öffnen. Außerdem sei das Wetter ab März besser. Nur nachts gäbe es meistens noch Minustemperaturen. Damit konnte ich gut leben! Zelten wollte ich eh nicht.
  • Dass ich nicht wusste, wie ich hin und zurück kommen würde: Auch das hatte ich mittlerweile recherchiert. Anreise: Mit Fernbus oder Mitfahrgelegenheit nach Berlin, dann mit dem Flugzeug nach Madrid und von dort mit ALSA (Bus) nach Ponferrada. Rückreise: Kann man vor Ort buchen. Mit dem Bus (wieder ALSA) zu einem Flughafen meiner Wahl, mit dem Flugzeug nach Deutschland und dann je nach Ankunftsort mit Fernbus, Bahn oder Mitfahrgelegenheit nach Hause.
  • Dass ich nicht wusste, wie ich es schaffen sollte, meinen Rucksack zu tragen: Ich besaß seit November einen Pilgerwagen. Das Problem war also schon gelöst: Ich würde mein Gepäck hauptsächlich ZIEHEN und SCHIEBEN STATT SCHLEPPEN!



Aber eine wichtige Angelegenheit fehlte noch: Dass ich Lymphdrainage brauche!

Mitte Dezember meldete sich dann erfreulicherweise Anne Chantal wieder bei mir:

Ich habe gefragt wegen der Lymphdrainage. Es ist günstig, ca. 10 Euro. Du musst in den Herbergen fragen!“, schrieb sie mir.



Nach dieser Nachricht fiel bei mir der Groschen…

Ich wollte nun unbedingt nach Spanien!



Ein bisschen Angst habe ich zwar immer noch, aber ich stellte fast,

dass sie lange nicht mehr so stark war, wie noch vor kurzem!


Da waren noch folgende Befürchtungen übrig geblieben:



  • Dass ich zu krank für diese Reise bin: Naja, wer weiß das schon? Es heißt doch auch: „Probieren geht über Studieren!“. Was mich dabei auch ein bisschen beruhigt: Ich habe eine Auslandskrankenversicherung.
  • Dass ich keine Kraft habe: Vielleicht nicht im klassischen Sinne. Aber mit vielen kleinen Schritten habe ich es bis jetzt schon ziemlich weit geschafft! Warum sollte das auch nicht auf dem Jakobsweg klappen?


Und plötzlich sagte ich zu mir: Eine Pilgerreise??? Hm... Warum eigentlich nicht?
Es gab keine Ausreden mehr!


Abschließend stellte ich noch fest,

dass ich wahrscheinlich die erste Frau mit Lipödemen bin,

die sich so eine Pilgerreise zutraut.


Ich weiß zurzeit noch nicht,

ob mich das stolz machen soll – eben weil ich es mir endlich traue.

Oder –

ob ich Angst davor haben soll,

weil ich die Erste bin, die diese Erfahrung machen wird

und ich deshalb niemanden um Rat fragen kann…

Samstag, 10. Dezember 2016

Ein großer Rucksack muss her

Nachdem ich mir ja den Wunsch nach einem Rucksackwagen erfüllt hatte, musste nun auch ein größerer Rucksack her. 

Mein VAUDE Rucksack für die Tagestouren ist ja mit 30 Liter relativ klein und für den brauche ich Gott sei Dank auch keinen Wagen ;-)

Um erneut ein bisschen Geld zu sparen, recherchierte ich wieder auf EBAY und Co. Ich gebe zu, dass ich mir dabei gern Zeit lasse, wenn ich es geht. Und ich hatte es ja wirklich nicht eilig :-D
Es sollte ebenfalls ein Markenrucksack werden. Vom Volumen her dachte ich so an mindestens 60 Liter oder etwas mehr. Ein vertellbares Rückenteil und ordentlich anpassbare Gurte waren mir auch wichtig. Ein Netzteil im Rückenteil wäre schön, war aber keine Priorität für mich.
Am Ende konnte ich mir einen kaum gebrauchten "High Peak Sherpa 65+10" holen, der außer dem fehlendem Belüftungssystem im Rücken (Netzteil oder ähnliches) alle meine Bedürfnisse erfüllt. 

Nachtrag: Mittlerweile war ich auch einmal mit dem Rucksack einkaufen und bin ziemlich zufrieden mit den Gurten und Einstellmöglichkeiten. Ich berichte euch gern noch einmal genauer, falls ich den Rucksack mal länger tragen sollte.

Dienstag, 15. November 2016

Mein Rucksackwagen ist da!

Ich habe es getan!

Ich habe mir einen Rucksackwagen bzw. Pilgerwagen gekauft!


Nach langen Überlegungen habe ich vor ein paar Tagen bei Wandamigo bestellt. Ich war schon vor ein paar Wochen bei meiner Recherche auf den Rucksackwagen gestoßen und war davon sehr angetan, besonders nachdem die Idee mit dem Jogger/Fahrradanhänger ja nicht aufgegangen ist.

Mich hatte der Preis von dem Wagen zuerst gaz schön abgeschreckt, aber dank der Spendenaktion, die ich bei leetchi.com für meine Pilgerreise eingerichtet habe, konnte ich ihn mir doch einigermaßen leisten. Dennoch tat es mir ein bisschen weh in meinem Portemonnaie^^

Heute ist nun endlich das Paket angekommen und ich hab den Pilgerwagen eben mit Spannung ausgepackt. Dazu ein paar Fotos weiter unten.

Sobald ich ihn getestet habe, bekommt ihr auch einen kleinen Bericht. Was ich jetzt schon sagen kann, ist, dass der Wagen sehr leichtgägig ist. Das finde ich schon mal super!